Erstellt am 12. August 2013, 00:00

Josefsberg: 65 Jahre nach den Schüssen. Gedenkfeier / Im Jahr 1948 töteten sowjetische Soldaten bei einer Feier auch Frankenfelser. Am 15. August wird dem wieder gedacht.

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Es war der Ostermontag 1948. Im alten Wallfahrergasthaus auf dem Josefsberg hatte Pächter  Ignaz Haiderer eine Abschiedsfeier geplant, denn die junge Besitzerfamilie Sabath wollte das Gasthaus nun selbst führen. Für die Musik hatte Haiderer den Frankenfelser Franz Niederer und seine Söhne Franz, Josef, Anton und Hubert engagiert.

Um etwa 19 Uhr traten zwei betrunkene Besatzungssoldaten auf den Tanzboden und belästigten die Gäste. Gegen 21.30 Uhr versetzte einer der beiden einem Einheimischen einen Stoß, sodass er mit seiner Partnerin taumelte. Von diesem zurechtgewiesen, gab ihm der Soldat einen Faustschlag auf den Kopf. Vor dem Gasthaus kam es zur Schlägerei. Ein Augenzeuge berichtete, der auf dem Boden liegende Russe sei von Burschen mit einer Zaunlatte und Tritten traktiert worden.

1973  Gedenkstätte errichtet

Gegen 23.35 Uhr betraten dann drei Männer in russischer Uniform das Gasthaus Haiderer, einer davon mit einer Maschinenpistole. Auf dem Tanzboden spielten die Musikanten gerade „Am Himmel steht ein kleiner Stern“, als man die ersten Schüsse hörte.

Fünf Minuten später waren die Soldaten weg, zurück blieben zwei Tote - der 48-jährige Franz Niederer, Vater von 14 Kindern, und die 22-jährige Laura Jorda - sowie 14 schwer verletzte Menschen.

Zur Erinnerung an dieses Ereignis errichteten die Familien Jorda und Niederer 1973 gemeinsam mit dem Musikverein Ötscherland eine Gedenkstätte. Seither werden hier Gedenkfeiern mit ökumenischem Gottesdienst veranstaltet, heuer zum zwölften Mal. Verbunden ist die Feier mit dem alljährlichen Treffen der Geschwister Niederer.

Beginn der ökumenischen Messe bei der Gedenkstätte am Donnerstag, 15. August, ist um 10.30 Uhr, anschließend wird zum Frühschoppen geladen. Musikalisch umrahmt wird die Gedenkfeier vom Musikverein Ötscherland. Für das leibliche Wohl sorgen die Familien  Sabath und Schweighofer.