Jungrinder steckten in Güllegrube fest. Florianis befreiten unter gefährlichen Bedingungen drei Rinder, die durch den Stallboden gebrochen waren.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 08. November 2019 (14:03)

Sie sind die Helden dieses Vormittags: Die Florianis aus Frankenfels, Weißenburg und Kirchberg. Sie haben drei Jungrindern das Leben gerettet.

Passiert ist das Unglück auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Frankenfels. Der Landwirt sah am Morgen, dass drei seiner Jungrinder durch den Stallboden in die darunter liegende Güllegrube gebrochen waren. Dort steckten sie im Schlamm hilflos fest. Die Feuerwehren Frankenfels, Weißenburg und Kirchberg rückten sofort aus, um die Tiere aus ihrer durchaus lebensbedrohlichen Lage befreien zu können.

„Zum Glück befanden sich die Rinder auf den Beinen und lagen nicht fest, sonst wären sie sicher erstickt“, meint Einsatzleiter Daniel Häusler. Die Dämpfe waren extrem scharf und ätzend, sodass die Florianis nur mit dem Atemschutz sich zu den Rindern wagen konnten. Doch die Feuerwehrausrüstung erschreckte die bereits eingeschüchterten Tiere noch mehr. „Sie waren extrem unruhig, sodass wir zur Eigensicherung, aber auch zu ihrer Sicherheit vorerst den Rückzug antraten“, schildert Häusler weiter. Doch das gestaltete sich mehr als schwierig.

"Es musste erst ein Haken zum Durchziehen angefertigt werden"

„Der Gülleschlamm war immens zäh, sodass wir mit der Ausrüstung kaum gehen konnten und uns gegenseitig helfen mussten“, berichtet der FF-Mann. Die Kirchberger Tierärztin Heidemaria Berger kam hinzu, um die aufgebrachten Tiere zu sedieren. Ein direkter Einsatz in der Güllegrube wäre laut Feuerwehr aber auch für sie zu gefährlich gewesen. Mit Unterstützung eines Feuerwehrmannes, der selbst Landwirt ist, konnte den Tieren dann ein Beruhigungsmittel verabreicht werden. Doch schon zeigte sich nächste Problem, vor das die Feuerwehrleute gestellt waren.

„Im dicken Schlamm konnten wir vorerst keine Ringschlaufen unter den Bauch der Tiere zur sachgemäßen Bergung bringen. Es musste erst ein Haken zum Durchziehen angefertigt werden“, so Häusler. Endlich konnten die Rinder umsichtig in die Höhe gezogen werden, das Beruhigungsmittel zeigte auch mittlerweile seine Wirkung. Alle Rinder kamen trotz gefährlichen Umfelds und ätzenden Dämpfen im Gülleschlamm relativ glimpflich davon.

„Wir hatten schon viele Tierrettungen, aber diese war wirklich äußerst fordernd für alle Beteiligen“, bilanziert Häusler. Gegen Mittag konnten die Florianis wieder ins Feuerwehrhaus einrücken. Erster Weg: Raus aus dem verschmutzten, stinkenden Einsatzgewand, ab unter die Brause!