Ärger wegen Gratismaske in Ober-Grafendorf. Über 65-Jährigen garantierte die Regierung FFP2-Schutzmasken. Einige gingen aber bislang leer aus. Ein Ober-Grafendorfer wollte der Sache auf den Grund gehen.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 03. Februar 2021 (04:01)
Adi Grünwald hat jetzt eine FFP2-Maske, aber nicht von der Regierung, sondern gekauft.
Fuchs

Wer 65 Jahre oder älter ist, der erhält von der Regierung eine FFP2-Maske zum Schutz vor Corona. So wurde dies zumindest verlautbart. Bis Mitte Jänner sollten alle Bürger ab diesem Alter diesen als besonders sicher geltenden Mund-Nasenschutz im Briefkasten vorfinden.

„Ich habe bei der AGES, die zuständig sein soll, angerufen. Dort landete ich in einem Callcenter“

Doch nicht bei allen war das so. Einige haben bis heute keine Maske erhalten. Nur einer davon ist der Ober-Grafendorfer Adi Grünwald. Dem 65-Jährigen ließ das, da auch andere ältere Personen in seinem Umfeld die versprochene Maske nicht bekommen haben, keine Ruhe. Daher griff er am 15. Jänner zum Telefon. „Ich habe bei der AGES, die zuständig sein soll, angerufen. Dort landete ich in einem Callcenter“, erzählt er.

Doch die Antwort war ernüchternd. „Als ich darauf hinwies, dass es ja bereits Mitte Jänner sei, meinte man nur, ich solle doch nicht so kleinlich sein“, ärgert er sich. Von der AGES wurde er ans Sozialministerium verwiesen. Auch dort bekam er , abermals von einem Callcenter, keine zufriedenstellen Antwort. „Ich wurde wieder retour an die AGES verwiesen“, schildert er.

Grünwald schrieb eine Mail-Anfrage an das Bürgerservicebüro des Sozialministeriums. Eine Antwort blieb aus. Zu Monatsende startete er erneut einen telefonischen Versuch bei der AGES, in Erfahrung zu bringen, wo denn die Masken verblieben seien. „Man verwies mich wieder ans Gesundheitsministerium“, erzählt er. Jetzt hatte er das Hin und Her satt und kaufte sich eine FFP2-Maske. Die NÖN hat im Sozialministerium nachgefragt. Dort verweist man, dass in diesen Tagen bundesweit alle Masken zugestellt sein sollten.

„Man verwies mich wieder ans Gesundheitsministerium“

„1,7 Menschen erhalten je zehn Masken, also 17 Millionen Stück“, heißt es aus dem Ministerium. Natürlich könne man nie ausschließen, dass aus Briefkästen Masken unerlaubterweise entnommen werden oder es ein Problem gibt, da Meldedaten nicht mehr aktuell seien. Das Ministerium verweist daher beim Ausbleiben der Masken an die Hotline der Post 0800/500-142. Zur jüngsten Diskussion, dass „falsche Masken“ zugestellt wurden, beruhigt man: „Alle ausgeschickten Masken entsprechen den Normen. Einige wurden, da sie außerhalb der EU erzeugt wurden, innerhalb der EU geprüft und nachzertifiziert.

„Das ganze Prozedere ist nur noch ein Chaos“, meint Grünwald. Es wundert ihn nicht, dass manche Verordnungen nicht eingehalten werden. Außerdem empfindet er es als „Frechheit, dass er sich erst an die NÖN wenden musste, um überhaupt Infos zu erlangen.“ Er selbst hat bislang keine Antwort aus dem Ministerium bekommen.

Umfrage beendet

  • Habt ihr eure gratis FFP2-Masken zeitgerecht erhalten?