Mann brachte scharfe Granate zur Polizei. Gut gemeint und ungewollt hoch gefährlich: Kriegsrelikt, das Kirchberger bei Baustelle fand, hätte jederzeit explodieren können.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 04. September 2018 (04:40)
LPD NÖ
Symbolbild

Bombenstimmung herrschte im wahrsten Sinne des Wortes am Freitag auf der Kirchberger Polizeidienststelle. Einen nicht alltäglichen Fund machte ein Kirchberger bei der Baustelle für das Hochwasserschutzprojekt – im Zuge von Baggerarbeiten wurde dort nämlich ein Kriegsrelikt freigelegt.

"Gut gedacht, schlecht gemacht": Kriegsrelikt wurde auf Inspektion mitgenommen

Als sorgsamer Bürger meldete er den Munitionsfund der Polizei, nahm das Teil und brachte es sofort auf die Polizeiinspektion. Was der Mann jedoch nicht wusste und auch sichtlich nicht bedachte: So ein Kriegsrelikt kann auch viele Jahrzehnte später hoch gefährlich sein. Der diensthabende Beamte staunte nicht schlecht, als er den Fund überreicht bekam. Er verständigte umgehend den Entminungsdienst des Innenministeriums.

Es handelte sich um eine stark verrostete 14 Zentimeter lange Gewehrgranate von 2,5 Zentimetern Durchmesser aus dem Zweiten Weltkrieg. „Die Sprengstoffexperten stellten fest, dass die Gewehrgranate scharf war, also funktionstüchtig, war“, berichtet ein Beamter. Der Finder erwiderte „pflichtbewusst“, dass er „das Teil eben nicht liegen lassen wollte“.

„Das kann immens gefährlich sein“, warnt die Polizei und rät eindringlich: „Niemals einen Munitionsfund berühren und keinesfalls mitnehmen.“ Die Polizei kommt und begutachtet das Teil, ohne es zu berühren, und nimmt eine Vermessung vor. Alle weiteren Schritte wie Entfernung, Verwahrung und Entschärfung werden dann ausschließlich von Sprengstoffexperten vorgenommen.