Der Bauernhof als Risiko-Firma. Über das Wetter als „Hauptplayer“ in der Landwirtschaft.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 01. Juli 2020 (03:42)

Über kaum ein Thema kann man so ausgiebig debattieren als über das Wetter. Es verärgert und erschüttert im Katastrophenfall auch. Blauer Himmel erfreut indes die Gemüter.

In der Landwirtschaft ist die Witterung ein „Hauptplayer“ im Geschäft. Sie bestimmt über Erfolg und Niederlage. Ein Ernteausfall bedeutet verheerende Folgen. Keine Einnahme. Zu wenig Futter. Zusatzkosten. Im Unternehmen „Bauernhof“ gibt es kein gesichertes Einkommen. Keinen Betriebsrat, bei dem man sich beschweren kann. Nur den Wettergott. Und der ist oft ziemlich launenhaft. Seine Mitarbeiter sind ihm ausgesetzt; versuchen aber, das Beste aus seiner Gemütslage zu machen. Wenn mancher Nicht-Landwirt wieder einmal mitunter geneigt ist, Unmut über Traktoren auf der Straße kundzutun oder die Nase rümpft, weil der Güllegeruch in sein Wohnzimmer zieht, sollte er nicht vergessen: Sein Kühlschrank wäre nicht so gefüllt, wenn die heimischen Bauern nicht unermüdlich dem Wettergott trotzten.