„Krumpe“ ist abgefahren. PIELACHTAL / Die Interessensgemeinschaft Krumpe 154 ist bei entscheidendem Gespräch abgeblitzt. Für NÖVOG ist Diskussion um Nachnutzung aber noch nicht abgeschlossen.

Von Martin Gruber-Dorninger und Markus Glück. Erstellt am 17. März 2014 (23:59)
Von Martin Gruber und Markus Glück

Groß ist die Enttäuschung bei der Interessensgemeinschaft Krumpe 154. Ursprünglich wollte man mit einem ambitionierten Konzept die Manker-Bahn bis in den Sommer wieder betriebsbereit machen und erste Fahrten auf der altehrwürdigen Strecke veranstalten. „Doch der Zug ist wohl, im wahrsten Sinne des Wortes, abgefahren“, berichtet Obmann Reinhard Sieber betrübt.

Am Donnerstag trafen einander Verantwortliche der NÖVOG, die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden und Vertreter der Interessensgemeinschaft zu einem Gespräch über den Fortbestand der Eisenbahnstrecke Ober-Grafendorf - Mank. Dabei konnte kein Konsens erzielt werden. „Die Gemeinden Bischofstetten und Kilb entschieden sich gegen eine Wiederaufnahme der traditionellen Bahnstrecke“, so Sieber. Die notwendige Absenkung der Bahntrasse im Bereich Bischof-stetten hätte der Gemeinde etwa 300.000 Euro gekostet, die Finanzierung hierfür sei nicht gegeben. In Kilb will man die Fläche für die Weiterentwicklung des Raiffeisen-Lagerhauses beanspruchen.

„Jetzt steht fest, dass die Krumpe in der gewünschten Form nicht mehr fahren wird.“ Rainer Handlfinger, Bürgermeister

„Mit dieser Entscheidung ist klar, dass die Krumpe in der anvisierten Form nicht mehr fahren wird. Leider hat sich am Standpunkt von einigen Gemeinden nichts geändert“, erklärt auch Ober-Grafendorfs Bürgermeister Rainer Handlfinger. Für NÖVOG-Pressesprecherin Brigitta Pongratz ist die Diskussion über die Nachnutzung der Krumpe noch nicht abgeschlossen: „Die Entscheidung über die nächsten Schritte liegt in der Region. Ein Konzept, welches einen touristischen Eisenbahnbetrieb vorsah, wurde von den Gemeinden nicht unterstützt.“ Die einzelnen Streckenabschnitte sollen nun zum Verkauf angeboten werden. „Das ist unsere letzte Hoffnung. Mit Ober-Grafendorf gab es bereits Gespräche über eine Nachnutzung innerhalb des Gemeindegebietes“, verrät Sieber.

Vonseiten der NÖVOG besteht dennoch weiterhin großes Interesse darin, für die Nachnutzung der Eisenbahntrasse ein Gesamtkonzept zu unterstützen, das einem überregionalen Interesse dient, wie Pongratz auf NÖN-Anfrage erklärt.

Rund um die Diskussionen um die Manker Bahn zeigte sich Handlfinger froh, über die sehr gute Zusammenarbeit im Pielachtaler Gemeindeverband: „Durch unsere gemeinsame Solidarität haben wir es damals geschafft, die Mariazellerbahn weiter zu betreiben.“ Für Handlfinger ist auch klar, dass das Land Niederösterreich nicht in Projekte investiert, bei denen sich die Beteiligten nicht einig sind: „Im Pielachtal waren wir uns in dieser Sache einig, das hat den Erfolg gebracht.“