Pielachtaler Künstlerin: „Wünsche mir Publikum“. Auch die Kunstschaffenden des Pielachtals betrifft die Coronakrise. Heinz Trutschnig, Christa Biedermann und J. F. Sochurek über ihre Arbeit in Pandemie-Zeiten.

Von Marlene Groihofer. Erstellt am 27. Mai 2020 (04:45)

Abgesagt oder verschoben wurden durch Corona auch die Projekte heimischer Künstlerinnen und Künstler. Für viele bedeuteten die letzten Wochen eine Existenzbedrohung. Wie Kunstschaffende aus dem Pielachtal die Krise erleben?

Trutschnig erlebte „im Malen keine Änderungen“

„Meine Ausstellungen im In- und Ausland wurden abgesagt“, erzählt der Weinburger Surrealist Heinz Trutschnig, „im Malen hat Corona für mich aber keine Änderungen bedeutet.“ Gemeinsam mit Künstler Daniel Knopfhart nämlich arbeitet Trutschnig an „Light and Shadow“, einem großen Projekt, das im September in der ehemaligen St. Pöltner Glanzstofffabrik Premiere feiern soll. „Es geht um die Licht- und Schattenseiten des Lebens.“

Unterstützt werden sollen damit der Ober-Grafendorfer Verein „Gelebte Hoffnung“ und ein Tierheim in Slowenien. Er selbst habe auch in der Coronazeit weiterhin Werke verkaufen können, so Trutschnig: „Aber ich kenne viele im Kulturbereich tätige Menschen, die ein Existenzproblem haben. Hier braucht es eine rasche Unterstützung.“

Für Christa Biedermann aus Kirchberg, Mixed Media- und Protestkünstlerin, ist die Krise deutlich spürbar. Aktivitäten liegen auf Eis, zugesagte Einnahmen bleiben aus oder verschieben sich: „Als freischaffende hauptberufliche Künstlerin gehe ich in Vorleistung, das heißt, ich produziere erst etwas, bevor es vergütet wird. Das ist mein Risiko.“ Künstlerische Aktivitäten im Ausland seien derzeit nicht möglich. Einen temporären Zustand der Einschränkungen sehe sie weniger als Problem. Dass jedoch nicht absehbar sei, wann wieder Ausstellungen, Festivals und somit Einnahmen zu erwarten seien, sei schwierig.

„Mittel für Ankäufe und Notfälle aufstocken“

„Als Künstlerin wünsche ich mir, dass meine Arbeiten auch wieder vor Publikum gezeigt werden können und die Mittel für Notfälle und Ankäufe in den öffentlichen Sammlungen aufgestockt werden“, so Biedermann, die nun stark online präsent ist: „Zur Zeit mache ich jeden Sonntag um 15 Uhr eine Clownerie als Livestream auf Facebook.“ Die Corona-Isolation fließt auch in ihr neuestes Trickfilmprogramm ein.

Josef Friedrich Sochurek, der in Ober-Grafendorf sein Atelier hat, nimmt in einigen seiner Bildobjekte ebenso bereits Bezug auf Corona. Im Künstlerhaus Wien soll in einer Ausstellung über Arbeiten der Coronazeit auch Sochureks Schaffen gezeigt werden. Als nicht hauptberuflicher Künstler und Pensionist ist Sochurek finanziell nicht abhängig von der Kunst. Er plädiert jedoch dafür, nun neben der Unterstützung der Kulturinstitutionen nicht auf die Einzelkämpfer im Kunstbereich zu vergessen. „Dazu nämlich zählen die meisten Künstler.“