Pielachtaler-Duo verkaufte Cannabis für neues Lächeln. Um Zahnimplantat bezahlen zu können, bauten Pielachtaler Cannabis an. Wegen Suchtgifthandels setzt es mehrere Monate bedingt.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 12. Juni 2019 (04:37)
shutterstock.com/Sergii Kuchugurnyi
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Geldsorgen plagten ein Paar aus dem Pielachtal. Als die Frau mit sehr niedrigem Einkommen für Zahnarzt-Besuche in Ungarn, die ihr ein neues Lächeln verschaffen sollten, auch noch viel Geld hätte berappen müssen, wusste sich das Duo nicht mehr anders zu helfen: Eine Möglichkeit, schnell an „Kohle“ zu kommen, sahen die beiden offenbar nur im Drogenanbau und -handel. Also errichteten die 45-Jährige und ihr 47-jähriger Partner im gemeinsamen Haus im Pielachtal eine Indoor-Cannabis-Plantage.

Die Frau kümmerte sich um das „Gärtnern“ und betreute die 122 Pflanzen. Der Mann fuhr nach Deutschland und verkaufte das Cannabis. Insgesamt soll er dort rund 1,6 Kilo an den Mann gebracht haben.

„Wir haben das wirklich nur aus Geldnot gemacht. Selbst konsumieren wir keine Drogen“

„Wir haben das wirklich nur aus Geldnot gemacht. Selbst konsumieren wir keine Drogen“, beteuert die Pielachtalerin auf dem Bezirksgericht. Dort müssen sich die beiden, nachdem sie wegen eines anonymen Hinweises aufgeflogen waren, nun wegen Suchtgifthandels und Vorbereitung von Suchtgifthandel vor dem Richter verantworten.

Die Angeklagten zeigen sich reumütig. „Was uns vorgeworfen wird, stimmt“, gestehen beide ohne Zögern. Dass sie das offen zugeben, wirkte sich schließlich auch mildernd auf das Urteil aus. Für die Frau setzt es neun Monate bedingt, ihr Partner fasst zwölf Monate bedingte Freiheitsstrafe aus. „Das ist wie eine gelbe Karte im Fußball, sie dürfen sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen“, mahnte der Richter abschließend.

„Das ist wie eine gelbe Karte im Fußball, sie dürfen sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen“

Zum erhofften Ziel hat der Drogenverkauf übrigens nicht geführt. „Mit dem eingenommenen Geld konnten wir gerade einmal die Utensilien für die Plantage bezahlen“, meint das Duo. Für etwas anderes hätte es nicht mehr gereicht.