Wechsel an Spitze der Weinburger ÖVP. Franz Fuchs hört als Obmann auf. Bettina Leputsch-Figl übernimmt, Verena Bernert unterstützt.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 16. April 2019 (04:01)
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Franz Fuchs legt die Zukunft der VP Weinburg in die Hände von Bettina Leputsch-Figl.

Nach 20 Jahren an der VP-Spitze in Weinburg übergibt Franz Fuchs das Zepter an Bettina Leputsch-Figl. Gemeinsam mit Verena Bernert als Stellvertreterin bildet sie nun die weibliche Doppelspitze.

25 Wahlen schlug Franz Fuchs in den zwei Jahrzehnten: von Gemeinderats- über Landtags- und Nationalrats- bis zu EU-Wahlen. Den größten Erfolg bei einer Gemeinderatswahl fuhr die ÖVP Weinburg bei den Wahlen 2010 ein. „Franz war immer die kritische Stimme in den turbulenten Zeiten mit der Kletterhalle“, hebt Leputsch-Figl hervor.

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Neuwahl bei der VP Weinburg: Andreas Dengler (Finanzreferent), Franz Fuchs, Siegfried Zöchling (Bauernbundobmann), Jens Herking (Schriftführer), Waltraud Zauner (Kassaprüferin), Bettina Leputsch-Figl (Obfrau), Josef Simhandl (Kassaprüfer), Verena Bernert (Obfrau-Sellvertreterin), Robert Gruber (Obfrau-Stellvertreter) und Ehrengast Nationalrat Fritz Ofenauer.

Die Kletterhalle war damals auch großes Thema im Wahlkampf. Zwei zusätzliche Mandate hat das der Partei gebracht, genau wie der FPÖ Weinburg. „Bei den Landtagswahlen 2008 und 2018 lag die ÖVP vorne“, berichtet Fuchs. Kritisch zeigte sich Fuchs auch immer bei der Diskussion zu den Kosten rund um den Kräutergarten in Weinburg.

Aber auch Gesellschaftliches stand bei der Partei immer hoch im Kurs

Fuchs führte die Tradition des Maibaumsteigens und den Seniorennachmittag weiter. Unter seiner Führung wurden Familienskitag und Wandertag eingeführt, ebenso wie die Babygratulationen. „Viele Ideen davon hatte Verena Bernert, meine Stellvertreterin seit 2007“, lobt Fuchs. Bernert unterstützt nun auch Fuchs‘ Nachfolgerin Bettina Leputsch Figl. Warum sich Fuchs als Obmann zurückzieht: „20 Jahre sind genug, jetzt ist es Zeit, dass Jüngere übernehmen.“

Als geschäftsführender Gemeinderat will Fuchs die Periode aber jedenfalls beenden. Wie es danach weitergeht, ist noch nicht fix. „Wir werden ihn nicht in den Ruhestand schicken“, schmunzelt die frischgebackene Obfrau. Was Leputsch-Figl besonders an Fuchs schätzt: „Er ist ein Rechner, was er schätzt, ist oft besser, als es ein anderer rechnet.“ Kostenüberschreitungen aufzuzeigen, sei ihm immer ein Anliegen gewesen.

2007 kam Leputsch-Figl zur Partei. „Ich wollte aktiv mitgestalten in der Gemeinde und auch die Gemeinschaft hat mir gefallen.“ Sie hat das Team der Ortsgruppe immer als Team erlebt ohne Fraktionszwang. „Es war nie ein Thema, wenn jemand bei der Gemeinderatssitzung anders gestimmt hat, als die anderen in der Fraktion“, so die neue Obfrau. Denn ihr ist klar: „In einer Gemeinschaft kann man von den Stärken des Einzelnen profitieren, wenn die Zusammenarbeit funktioniert.“

„Ich wollte aktiv mitgestalten in der Gemeinde und auch die Gemeinschaft hat mir gefallen.“

Das möchte sie auch in Zukunft in der Zusammenarbeit mit den anderen Parteien im Gemeinderat noch stärker in den Vordergrund stellen. „Projekte sollen und dürfen nicht im Kopf eines Einzelnen entstehen. Es gibt 19 Gemeinderäte und 19 Meinungen. Durch Diskussion lässt sich sicher die optimale Lösung finden.“ Es seien verschenkte Möglichkeiten, wenn andere Meinungen nicht gehört werden.

Bettina Leputsch-Figl liegt der Nahversorger in Weinburg besonders am Herzen. Sie versucht, die Leute zu motivieren, dass sie die Einkaufsmöglichkeit im Ort nutzen. Außerdem soll Weinburg wirtschaftlicher werden: „Geld soll so ausgegeben werden, dass alle Weinburger etwas davon haben.“