Bahnhof in Rabenstein sticht ins Auge. Rabensteiner Himmelstreppenstation ist für Klaus Reitbauer zu hell. Laut NÖVOG ist alles korrekt.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 17. Februar 2021 (04:07)
Klaus Reitbauer, im Bild mit Umweltgemeinderat Bernhard Treitl (von links), weist auf die Folgen der Lichtverschmutzung für die Natur durch die grelle Bahnhofsbeleuchtung hin.
Reitbauer

Ist der Bahnhof Rabenstein zu hell? Ist er ein Mitverursacher von Lichtverschmutzung ? Nach der Ansicht von Klaus Reitbauer: ja.

Wieso er das glaubt? Vor rund zwei Jahren ist ihm auf einem Foto aufgefallen, dass er in 40 Kilometern Entfernung sogar Maria Taferl erkennen kann, aber einen stark überbelichteten Teil mitten in Rabenstein nicht. „Daraufhin habe ich mit einem geeigneten Objektiv geguckt, was da in unserem Ort so hell ist. Es war der neu gestaltete Bahnhof Rabenstein“, erzählt er. Reitbauer kam zur Überlegung, dass hier eine unnötige Überbeleuchtung stattfinden könnte. Das ließ ihm keine Ruhe und er begann rund um das Phänomen Lichtverschmutzung zu recherchieren.

„Insekten sterben zuhauf in den Lichtkegeln der Leuchten mit erhöhtem Blauanteil, wichtige Bestäuber und nachtaktive Schmetterlinge werden weniger. Selbst Vogelarten werden seltener und die Einflussnahme des Lichts auf die Vegetation fördert das Bienensterben“, ist er überzeugt.

Er wollte die NÖVOG, die Gemeinde und die Umweltanwaltschaft auf diese Problematik aufmerksam machen und reichte Beschwerde ein. Und wirklich: Letzte Woche gab es ein gemeinsames Gespräch direkt am Bahnhof.

Lichtmessungen wurden durchgeführt

„Aufgrund der Beschwerde haben wir eine Lichtmessung durchgeführt. Diese hat ergeben, dass alles korrekt ausgeführt wurde und die Werte den gesetzlichen Vorgaben entsprechen“, informiert NÖVOG-Sprecherin Katharina Heider-Fischer. Das Licht sei aus Sicherheitsgründen nötig, um Barrierefreiheit auch in der Nacht zu garantieren, Stürze zu vermeiden, Sicherheit zu vermitteln und auch etwaigem Vandalismus vorzubeugen.

Da auch in der Nacht gearbeitet wird, brauche man zu Zeiten ohne Personenverkehr trotzdem Licht. Ebenso erfordern Vandalismus, die Haftungsfrage und allgemeines Sicherheitsgefühl ausreichend Licht. Das untermauert Bürgermeister Kurt Wittmann: „Die Bürger sollen sich jederzeit bei uns am Bahnhof sicherfühlen.“ Die Notwendigkeit dieses subjektiven Sicherheitsgefühles hebt auch Manfred Spendlhofer, Kommandant der Polizeiinspektion Rabenstein, hervor.

„Die Bürger sollen sich jederzeit bei uns am Bahnhof sicherfühlen.“

Dass Bereiche außerhalb des Bahnhofsareals wie Fallobstbäume, Wiesen, Fassaden und Dächer von angrenzenden Grundstücken teilweise genauso gut ausgeleuchtet sind wie der Bahnhof selbst, bedürfe keiner allgemeinen Beschwerde, sondern sei vom jeweiligen Anrainer zu reklamieren. „Ein im Außenbereich des Bahnhofs stehendes Insektenhotel müsse man eben verlagern. Diese Vorgehensweise wäre bei Bäumen etwas schwierig“, stellt Reitbauer in den Raum. Er versteht die Haftungsbedenken der NÖVOG, dankt aber für das Treffen und hofft, dass künftig die mögliche Lichtverschmutzung bei Planungen berücksichtigt wird.

Lob erntet Reitbauer von Umweltgemeinderat Bernhard Treitl für seine aktive Bürgerbeteiligung: „Er hat sich ein weitreichendes technisches und rechtliches Wissen angeeignet und nutzt dieses, um ein Übermaß an Licht - ja, auch Licht kann Umweltverschmutzung sein - zu dokumentieren, für uns alle verständlich zu erklären und nicht zuletzt, um Lösungsansätze aufzuzeigen und bei Verbesserungen mitzuwirken.“

Übrigens: Lichtverschmutzung wird bereits seit einigen Jahren von Satelliten erfasst und als Karte angeboten. Nähere Informationen unter www.lightpollutionmap.info.

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