Waldschamane als Berufung: Oswald gibt Wissen weiter

Günter Oswald, gebürtiger St. Pöltner und nun auf der „Dirndlalm“ in Mainburg (Gemeinde Hofstetten-Grünau) wohnend, belebt uraltes Wissen rund um Heilung wieder. Er hilft und bildet aus.

Erstellt am 08. Januar 2022 | 04:48
Lesezeit: 2 Min
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Günter Oswald fühlt sich mit der Natur tief verbunden. Sein Wissen gibt er Interessierten weiter und hilft Menschen in Lebenskrisen.
Foto: Geli Goldmann

Schamanismus nach alten, traditionellen Ritualen: Das können Interessierte in Mainburg auf der ehemaligen „Dirndlalm“ erfahren und bei Interesse auch erlernen. Denn hier lebt Günter Oswald, der Waldschamane.

Geboren vor 49 Jahren in St. Pölten war er ja „ursprünglich ein Stadtmensch, sehr wissenschaftlich erzogen“, erzählt er. Von Kindheit an spürte er seine enge Verbundenheit zur Natur. Dieses Gefühl manifestierte sich immer mehr. „Im jungen Erwachsenenalter bemerkte ich ein starkes Verlangen nach Spiritualität. Es war wie ein großer Ruf“, erinnert er sich.

Schon damals rückte für ihn die ganzheitliche Betrachtung des Menschen in den Fokus. Dennoch: Oswalds Ausbildung war vorerst weit entfernt von Spiritualität; er machte die Elektrikerlehre und arbeitete dann zwei Jahrzehnte hinweg bei einer Versicherung.

Ich bin nur ein Gefäß, das die Kräfte der Natur übernimmt.“ günter Oswald Waldschamane

„Anfang 30 zwang mich die für mich damals größte Krise, mich ganz meinem schamanischen Ruf zu stellen“, schildert er. Initiationserfahrungen im Waldviertel und im Dunkelsteinerwald sowie erste Begegnungen mit Urschamanen waren die Folge. „Aus diesem alten jungsteinzeitlichen Feld, eingebettet in die Mythologie unserer europäischen indigenen Vorfahren, beziehe ich meine Kraft und mein Wissen“, erklärt Oswald.

Schamanismus gab es überall auf der Welt, ebenso in Europa. Nur hier wurde die schamanische Kultur fast ausgerottet. Er möchte nun seinen Beitrag leisten, dieses alte Wissen wiederzubeleben. „Ich bin nur ein Gefäß, das die Kräfte der Natur übernimmt“, sagt er.

„Verweise aber darauf, dass Schulmedizin wichtig ist“

Oswald besuchte Selbsterfahrungs- und Meditationsgruppen sowie Workshops zum Thema im In- wie Ausland. Oswald erlernte die Reinkarnationsarbeit, schamanische Tänze und rief ein „schamanisches Onlineportal“ ins Leben.

Im Jahr 2019 gründete er die Waldschamanenschule und bietet unter anderem den Donauland-Schamanismus, wie er einst in Niederösterreich ausgeübt wurde, an. Wenn es Corona erlaubt, kann man mit ihm bei Interesse nach Nepal reisen.

Der Waldschamane möchte Menschen in Lebenskrisen – wie zum Beispiel bei Burnout – helfen und betont: „Ich verweise aber darauf, dass Schulmedizin wichtig ist. Ich lege Menschen auch nahe, bei Bedarf unbedingt einen Facharzt aufzusuchen.“