Mutter und Tochter sind "das beste Team“. Für Fürsorge, Liebe und Zeit wurde Mamas am Sonntag gedankt. Was die Beziehung zwischen Mutter und Tochter für die Einzelnen ausmacht, wollte die NÖN wissen und bat drei Duos zum Gespräch.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 15. Mai 2019 (03:08)
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Sabine und Doris Schmidl verbringen ihre gemeinsame Zeit am liebsten mit Hund Janda in der Natur.

Ähnlichkeiten und Unterschiede, hohe Erwartungen und tiefe Gefühle: Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist die erste und oft auch eine der wichtigsten im Leben. Anlässlich des Festtags der Mamas sprach die NÖN mit drei Mutter-Tochter-Duos aus dem Pielachtal darüber, was ihre Verbindung ausmacht und ob das Sprichwort „Wie die Mutter, so die Tochter“ auf sie zutrifft.

„Zum Teil ist die Redensart bestimmt wahr“, grinst Dirndlprinzessin Veronika Harm . Die 25-Jährige lebt mit Mama Sabine und ihren drei Geschwistern in Ober-Grafendorf. Dass sie ihrer Mutter innerlich sehr ähnlich ist – auch wenn man ihnen das äußerlich nicht ansieht – ist sie überzeugt. „Sie hat aber auch viel vom Papa“, meint Sabine Harm.

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Ein Herz und eine Seele: Dirndlprinzessin Veronika Harm mit Mama Sabine.

Gemeinsam sei beiden Frauen ihre Freundlichkeit, Zuvorkommenheit und Herzlichkeit, da sind sie sich einig. Aber gerade, was das Thema Haushalt betrifft, können auch mal die Fetzen fliegen: „Da sind wir ganz verschieden“, lacht Sabine Harm. Auch die Themen, für die sie sich interessieren, liegen oft weit auseinander.

Trüben kann das die gegenseitige Wertschätzung aber nicht: „Die beste Eigenschaft meiner Mutter ist, dass sie alles tut, um uns glücklich zu machen.“ Die Familie sei ihr immer wichtiger gewesen als sie selbst. „Im Laufe der Jahre hat sie jedes gebrochene Herz geheilt, jede Träne getrocknet und jede Sorge vergehen lassen. Eine solche Mutter zu haben ist wie ein Lottogewinn“, schwärmt die Dirndlprinzessin.

Weitergeben wollte Sabine Harm an ihre Tochter: Man darf Fehler machen. Aber: Man muss auch daraus lernen. „Außerdem war mir wichtig, dass sie als Kind lernt, dass man Rücksicht auf andere nimmt“, erzählt die Heurigen-Wirtin. Und was die 25-Jährige aus ihrer Sicht von ihrer Mutter gelernt hat? „Viel“, antwortet sie. Wie man zuhört, wie man viel für andere Menschen geben kann und wie man seinen Kindern viel Liebe und Zeit schenkt und sie damit stark macht.

„Mama ist mir in vielen Dingen ein Vorbild“

Ein starkes Team sind in der „Haslaustube“ in Schwarzenbach Evelyn und Lydia Gruber.

Die 31-jährige Evelyn half im elterlichen Betrieb, der seit März nur mehr zu Veranstaltungen zum Übernachten in einer der Ferienwohnungen geöffnet ist, von klein auf fleißig mit. Das Mutter-Tochter-Duo war deswegen viel beisammen – und irgendwie aber doch wieder nicht: „Man sieht sich quasi die ganze Zeit, verbringt aber trotzdem wenig Zeit miteinander“, erzählt Evelyn Gruber, die in Rabenstein als Standesbeamtin arbeitet. „Aber wir haben das immer als Team gemeistert. Manche Familien wären vielleicht daran zerbrochen“, ist Mama Lydia stolz.

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Geschadet hat die gemeinsame Arbeit der Mutter-Tochter-Beziehung nicht: „Meine Mama ist in vielen Dingen ein Vorbild für mich. Vor allem aber in der Art und Weise, wie sie mit Menschen umgeht, vor allem mit den Gästen in unserem Betrieb“, erzählt Evelyn Gruber. Aber auch die 55-Jährige bewundert ihre Tochter in vielerlei Hinsicht: „Evy ist extrem konsequent. Wenn sie sich etwas vornimmt, zieht sie das durch. Sie geht ihren Weg“, meint Lydia Gruber.

Das Sprichwort „Wie die Mutter, so die Tochter“ treffe auf die beiden aber nicht so sehr zu: „Ich bin eher der Papa“, lacht die 31-Jährige. Sie sei eine Frühaufsteherin, sehr zielstrebig, genau und „irgendwie getrieben“. „Die Mama ist viel ruhiger. Manchmal muss sie dann halt trotzdem mitmachen“, schmunzelt Evelyn Gruber. Eins haben die beiden aber doch gemeinsam: „Wir spinnen beide gleich viel, versöhnen uns aber natürlich auch immer wieder“, grinst Evelyn Gruber. „Außerdem kochen wir beide gerne und sind beide extreme Familienmenschen“, ergänzt Mama Lydia Gruber, die Evelyn und ihrem Bruder Alex vor allem den Unterschied zwischen richtig und falsch vermitteln wollte.

„Wir sind uns sehr ähnlich“

Als weit ähnlicher empfinden sich Doris und Sabine Schmidl. Die 49-jährige Landtagsabgeordnete und ihre 24-jährige Tochter leben mit Papa Alois und Bruder Stefan am landwirtschaftlichen Betrieb in Kleinsierning. „Wir sind uns sehr ähnlich. Die Leute verwechseln uns sogar manchmal, vor allem am Telefon, weil unsere Stimmen für viele gleich klingen“, lacht Sabine Schmidl.

Aber nicht nur äußerliche Merkmale, auch was den Charakter betrifft, können die beiden St. Margarethenerinnen einander nicht abstreiten. „Wir sind beide gewissenhaft und pingelig“, verrät Doris Schmidl. Außerdem kochen beide gerne und verbringen Zeit in der Natur. „Am liebsten zusammen. Wir versuchen einmal in der Woche gemeinsam spazieren zu gehen“, erzählt Doris Schmidl.

Damit das nicht zu kurz kommt, trägt sich die Landtagsabgeordnete extra fixe Zeiten in den vollen Terminkalender ein. „Ich versuche die Familie, trotz meiner politischen Arbeit, immer an erste Stelle zu setzen“, erzählt sie.

Manche Gewohn- und Eigenheiten können die beiden am anderen dann aber doch nicht ganz verstehen: „Sabine braucht viel mehr Schlaf“, lacht die Landtagsabgeordnete und erzählt, dass ihre Tochter jeden Tag spätestens um 21 Uhr in den Federn liege. Und die Ecken und Kanten kennt wohl auch niemand besser als die eigene Mutter: „Sabine kann Kritik schlecht einstecken“, meint Doris Schmidl.

„Dafür muss bei der Mama immer alles so sein, wie sie es sich vorstellt – und zwar sofort“

„Dafür muss bei der Mama immer alles so sein, wie sie es sich vorstellt – und zwar sofort“, kontert die Tochter, die in St. Pölten als Volksschullehrerin arbeitet. Das seien aber Kleinigkeiten: „Ich weiß, dass ich mich auf meine Tochter immer zu 100 Prozent verlassen kann“, meint die 49-Jährige. „Wir sind ein gutes Team“, ergänzt die Tochter. Dass es Mütter und Töchter gebe, die froh sind, wenn sie einander nicht sehen müssen, ist für die beiden unerklärlich.