Lokal-Gäste ließen im Pielachtal auf sich warten. Covid-19 sitzt in den Köpfen der Bürger. Der große Ansturm auf die Pielachtaler Gastronomen blieb vorerst aus.

Von Gila Wohlmann und Gerhard Hackner. Erstellt am 20. Mai 2020 (04:28)
Trotz Coronakrise haben die Pächter Andreas und Barbara Riegler das Lokal „CaramBar“ in der Kirchberghalle neu gestaltet. Es gibt auch Cocktails und ein Speisenangebot. Bürgermeister Franz Singer überzeugte sich vom Freizeitfeeling in der Veranstaltungshalle (von links).
Hackner

Endlich wieder mit Freunden im Stammlokal sitzen. Ein Wunsch, den viele in den letzten Wochen vermehrt äußerten. Nach dem Corona-Lockdown dürfen die Wirte seit 15. Mai wieder öffnen. Doch wenn man sich bei den Pielachtaler Gastronomen umhört, zeigt sich ein klares Bild: Deren Kulinarium ist zwar beliebt, doch wird die Abholung bevorzugt.

Kein Ansturm auf den Steinschalerhof

„Im Moment habe ich noch so viel Platz, dass ich schon gleich ein paar Gäste mehr brauche, um die vorgegebenen Mindestabstände auszunützen.“ Keinen Ansturm auf den Steinschalerhof in Warth hatte Gastronom Johann Weiß. Einige Tagesgäste, die Tische bestellt hatten, sagten auch aufgrund des schlechten Wetters am Freitag ab, ein paar Stammgäste haben sich eingefunden.

Die Corona-Vorgaben einzuhalten ist im Steinschalerhof ein Leichtes. „Wir haben neun verschiedene Gasträume und eine große Terrasse mit Garten“, erklärt Weiß. Sein Steinschaler Dörfl in Frankenfels bleibt samt dortigem Restaurant bis zum 29. Mai geschlossen.

Verärgert über die Regierungsvorgaben ist man im Gasthaus Strohmaier in Hofstetten-Grünau. „Ich musste am Freitag einer Begräbnisgesellschaft absagen. Es wären rund 30 Personen aus einem Familienkreis gekommen. Ausreichend Platz, um Abstände einzuhalten, hätte es bei uns im Festsaal, wo rund 200 Gäste Platz finden, gegeben“, grollt Ernst Strohmaier.

Am Sonntag seien 30 Leute, die nicht zusammengehören und eben keine Gesellschaft waren, zum essen gekommen. Auf jeden Fall verbuchte Strohmaier am Wochenende der Wiederöffnung um zwei Drittel weniger Umsatz als normal. „Wir haben viele ältere Stammkunden. Die trauen sich noch nicht zu kommen“, bedauert er. Bis 29. Mai, so lange der Gästezimmerbetrieb nicht erlaubt ist, bleibt das Gasthaus nur bis 15 Uhr geöffnet.

„Die Gäste kommen alle mit Maske und benehmen sich ganz toll.“Barbara Riegler von der „CaramBar“ in der Kirchberghalle

Mit dem Umbau ihres Lokales „CaramBar“ in der Kirchberghalle haben sich die Pächter Andreas und Barbara Riegler einen Lebenstraum erfüllt. Trotz Coronakrise haben sie das Lokal komplett neu gestaltet, aus der Disco ist ein Gast- und Speiselokal geworden. Letzte Woche wurde neu eröffnet.

„Die Gäste kommen alle mit Maske und benehmen sich ganz toll. Wir hatten bisher überhaupt keine Probleme“, stellt Barbara Riegler fest. Auch Bürgermeister Franz Singer begrüßt, dass es trotz Corona-Einbruchs eine neues gastronomisches Angebot gibt.

Mit ihren zum Dirndlkleid passenden Masken bedienen die Kirchberger Gastwirtin Sonja Kalteis und ihre Tochter Sophie seit der Wiedereröffnung die Gäste. In der Küche ist Topwirt Hubert Kalteis wieder ganz in seinem Element. Auch hier sind die Gäste sehr diszipliniert. „Wenn jemand auf die Maske vergisst, machen wir ihn höflich auf die Vorgaben aufmerksam“, sagt Sonja Kalteis.

Krassnig: „Die Gastro ist gleich null“

„Der Besuch der Gäste ist ein wenig schleppend. Die Leute sind teilweise eher zurückhaltend. Wir hoffen, dass sich das bald ändert“, merkt indes der Kirchberger Gastrokollege Franz Mahrer an. Probleme bezüglich Abstand gab es bislang keine, da es im Lokal ausreichend Platz gibt.

„Die Gastro ist gleich null“, merkt Alfred Krassnig vom Alten Bräuhaus in Rabenstein an. Sonntagvormittag kommen sonst rund 30 bis 40 Gäste; dieses Mal hatte er nur fünf bis sechs Zweiertische besetzt.

Mit der Maskenpflicht beim Betreten des Lokals seien die Gäste mehr als unzufrieden: „Einige wollen sie nicht aufsetzen.“ Und: „Vor allem der Schankbetrieb fehlt den Stammkunden.“ Unverändert gut läuft bei Krassnig die Essensbestellung.

Der Gästeansturm im Gasthaus Planer in St. Margarethen-Rammersdorf lässt noch auf sich warten. „Man merkt, dass die Leute abwarten, ob eine Ansteckungswelle folgt, auch, dass viele sparen, weil sie ihren Job verloren haben“, meint Gastwirt Patrik Planer. Was ihn freut: „Die Stammgäste sind da und spielen Karten, eben mit Sicherheitsabstand.“

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