Balsam für die Seele in Rabenstein. Eine Pielachtaler Familie gestaltet ihren Garten ökologisch und vermittelt den beiden Kindern Nachhaltigkeit.

Von Caroline Böhm. Erstellt am 15. Oktober 2020 (03:31)
Pflegen und genießen ihren Garten gemeinsam: Alexandra, Jonathan und Emilio Enne (von links nach rechts).
Andreas Enne

Nicht nur Pielachtaler Gemeinden verpflichten sich zum naturnahen Garteln, auch hiesige Hobby-Gärten tragen die „Natur im Garten“-Plakette. Einer davon gehört Familie Enne aus Rabenstein.

Seit ein bis zwei Jahren ziert die Auszeichnung ihren Gartenzaun. Treibende Kraft dahinter war ihr Sohn, erzählt Alexandra Enne. Er habe von der Initiative gelesen und sei sofort Feuer und Flamme gewesen. Ändern mussten sie ihr Konzept nicht: Einen Rasen ohne Unkraut und akkurat getrimmte Hecken hatte Familie Enne nie.

Stattdessen quaken Frösche in einem Schwimmteich, der mit Sauerstoff statt mit Chemikalien angereichert wird. In den Hochbeeten wachsen alte, ursprüngliche Gemüsesorten wie die „Urgurke“ und der Weingarten-Pfirsich stammt aus dem Garten der Großmutter. Nur das Gemüse wird gegossen, alles andere muss auch einen heißen Sommer selbstständig überleben. „Dank des Klees ist die Wiese trotzdem grün“, beschreibt Alexandra Enne und lacht.

Ob mittels Verzicht auf Unkrautvernichtung oder schonendem Umgang mit Wasser – durch den Garten sollen ihre Kinder lernen, dass alles in der Natur von Wert ist. Das zeigt Wirkung: Die beiden Brüder retten sorgsam jeden Regenwurm. Zuletzt erhielt der Igel ein eigenes Haus für den Winter.

Generell verbringe die Familie viel Zeit im Garten, erzählt Alexandra Enne, er sei wie „ein zweites Wohnzimmer“. Aber insbesondere in Zeiten der Corona-Pandemie erlebten sie ihn als Segen. „Ich glaube, jeder Mensch braucht einen Garten. Das ist Balsam für die Seele.“