Jede Biene fliegt bis zu 40 Mal am Tag. Einblicke in das emsige Treiben der für die heimische Flora so wichtigen Insekten gibt der Bienenlehrpfad in Frankenfels. Jetzt wurde er erweitert.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 13. Juni 2021 (03:18)
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Franz Pfeffer und Imkermeister Hermann Schagerl (von links) weisen auf die wichtige Funktion der Bienen im Ökokreislauf hin.
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Die Biene: Ohne sie wäre das Ökosystem schlecht bestellt, bestäubt sie doch die Blüten und ermöglicht den Fortbestand der heimischen Flora. Doch wie lebt eine Biene eigentlich? Und was hat es mit der Bienenkönigin auf sich?

Das und noch viel mehr erfahren Besucher des Frankenfelser Bienenlehrpfads. Auf Infotafeln wird das Leben der Honigbiene, die Produkte der Imkerei, der Wert der Bestäubung von Blumen und Obstbäumen und die Sprache der Bienen erklärt. Seit 30. Mai, dem „Tag des offenen Bienenstocks“, gibt es am Lehrpfad neben einem normalen Bienenstock einen neuen Schaubienenstock. Dieser gibt noch mehr Einblicke in das Wesen der Bienen. „Der Bienenstock ist beidseitig zu öffnen und ermöglicht direkten Einblick in das Bienenvolk“, verrät Franz Pfeffer vom örtlichen Imkerverein.

„Von der Bienenbrut in den verschiedensten Blütenpollen bis zum Honigraum kann alles bestens beobachtet werden“, erzählt er. Die Bienensprache, der Schwänzeltanz oder Rundtanz, die zur Kommunikation innerhalb des Bienenvolks und zur Information über Richtung und Entfernung von Nektarquellen dient, kann hautnah miterlebt werden. Mit etwas Glück erblickt man sogar die Bienenkönigin bei ihrer Eilegetätigkeit. Ein rustikales Bankerl am Pfad mit dem Hinweis „Willst du Gottes Wunder sehn‘, musst du zu den Bienen gehen“ lädt überdies zum Verweilen und Bestaunen der Natur ein.

„Wer heimische Bienenprodukte konsumiert, stärkt nicht nur die Imkerei; er sichert indirekt das ökologische Gleichgewicht.

„Durch das deutlich steigende Interesse an der Imkerei, auch bei der jüngeren Bevölkerung und der generellen Rückbesinnung auf regionale Produkte sowie nachhaltigen Umgang mit Flora und Fauna hat die Honigbiene gute Zukunftsaussichten“, ist Pfeffer optimistisch. Jede Sammelbiene eines Volkes fliegt bis zu 40 Mal pro Tag aus und sucht jeweils bis zu 100 Blüten auf. „Ein starkes Bienenvolk mit etwa 10.000 Sammlerinnen bringt es daher auf 40 Millionen Blütenbesuche pro Tag“, führt Pfeffer aus.

Und: Bienenprodukte sind gesund. „Wer heimische Bienenprodukte konsumiert, stärkt nicht nur die Imkerei; er sichert indirekt das ökologische Gleichgewicht.“ Doch der lange Winter wirkte sich nicht positiv aus. „Der Rückstand in der Entwicklung von Volksstärke und der spärliche Nektareintrag wurde durch die Bienen verbraucht; somit ist sehr wenig Blütenhonigertrag zu erwarten.“