Frankenfelser Ortschef Winter: „Luft nach oben ist gegeben“

Erstellt am 15. August 2022 | 05:44
Lesezeit: 4 Min
440_0008_8437975_pie32fr_bm1_c_noen.jpg
Bürgermeister Herbert Winter zeigte NÖN-Pielachtal-Redaktionsleiterin Gila Wohlmann Aussichtspunkte, von denen man einen besonders schönen Überblick über das Frankenfelser Gemeindezentrum hat.
Foto: NÖN
Bürgermeister Herbert Winter erzählt, was in Frankenfels noch gemacht werden muss.
Werbung

56,13 Quadratkilometer beträgt die Gemeindefläche von Frankenfels. Katastralgemeinden gibt es keine, nur Rotten und Gegenden. 1.929 Personen haben hier ihren Hauptwohnsitz, 467 Bürger leben im Ort als Nebenwohnsitzer. Bürgermeister Herbert Winter stellte NÖN-Pielachtal-Redaktionsleiterin beim Ortsrundgang die wichtigsten Projekte der Gemeinde vor.

NÖN: Wir befinden uns bei der Baustelle für den Hochwasserschutz im Bereich Redtenbach – das derzeit wichtigste Projekt der Gemeinde?

Herbert Winter: Mit Gesamtkosten von zwei Millionen Euro handelt es sich meines Wissens um das größte schutzwasserbauliche Bauvorhaben der letzten Jahrzehnte. Im Bereich der Nattersmündung wird in Bauabschnitten gearbeitet, im untersten Bauabschnitt sind die ersten Betonarbeiten fertiggestellt. Aktuell wurde im nächsten Abschnitt die alte Überdeckung abgerissen. Zurzeit wird wieder geschalt und betoniert.

„Aufgrund unserer geographischen Lage haben wir keine Industrie. Daher ist in Frankenfels jeder Betrieb wichtig.“

Frankenfels liegt doch von der Landeshauptstadt und auch von Scheibbs relativ entfernt. Fehlt es an Öffis?

Winter: Die größte Bedeutung für den öffentlichen Verkehr hat natürlich die Mariazellerbahn. Mit dem neuen Klimaticket ist das Zugfahren attraktiver geworden. Im Herbst wird es durch die NÖVOG das Angebot einer öffentlichen Anbindung pünktlich zu den Schichtzeiten zu großen Arbeitgebern im Tal geben. Es liegt aber an den Pendlern, dieses Angebot auch anzunehmen.

Wie sieht es um den Wirtschaftsstandort aus?

Winter: Aufgrund unserer geographischen Lage haben wir keine Industrie. Daher ist in Frankenfels jeder Betrieb wichtig, ungeachtet, ob eine Firma viele Mitarbeiter beschäftigt oder nur ein Ein-Personen-Unternehmen ist. Wünschenswert wären noch weitere Arbeitgeber, damit die Frankenfelser nicht auspendeln müssen.

Das neue Feuerwehrhaus hier neben dem Gemeindeamt sticht ins Auge. Eine notwendige Investition?

Winter: Auf jeden Fall. Unsere Feuerwehr sorgt für Sicherheit und muss am neuesten Stand der Technik sein. Wir sind stolz, dass wir dieses Projekt in der Corona-Zeit, ebenso wie den Bau des Wasserspeichers für die öffentliche Wasserversorgungsanlage finalisieren konnten.

440_0008_8437977_pie32fr_bmffhaus_c_wohlmann.jpg
Das neue top moderne Feuerwehrhaus zählt zu den in der Corona-Zeit umgesetzten Projekten.
Foto: Wohlmann

Was fehlt dem Bürgermeister , wenn er von einem der schönen Aussichtspunkte einen Rundblick über den Ort macht?

Winter: Eine zeitgemäße ASBÖ- Zentrale. Investitionen in alternative Energien sollen weiter forciert werden, wie die Umrüstung des Gemeindewohnhauses von Stromheizung auf Fernwärme und die Umrüstung des Gemeindebauhofes von Ölheizung auf eine umweltfreundliche Holzheizung. Ebenso wollen wir einen Funcourt in der Grassermühle schaffen und den Parkplatz beim Freibad und Tennisplatz neu gestalten.

Der Ausblick rund um den Ort lädt zum Verweilen ein. Warum sollte ich hier meinen Urlaub verbringen?

Winter: Unsere Gemeinde kann mit einigen Attraktionen aufwarten. In der Schauhöhle, der Nixhöhle, konnte am 30. Juli der 250.000 Besucher begrüßt werden, aber auch das Almgasthaus Eibeck ist ein Tourismusmagnet. Frankenfels lädt zu Wanderungen in einer wunderbar gepflegten, landwirtschaftlichen Kulturlandschaft ein. Unser Freibad und der naturnahe Kinderspielplatz sind sehr beliebt, ebenso wie die hervorragenden Gastronomiebetriebe, die immer wieder Veranstaltungen durchführen. Frankenfels liegt fernab von großen touristischen Hotspots. Gerade das ist es, was den Ort beliebt macht.

Wenn wir so entlang der Hauptstraße marschieren, finde ich keinen Einkaufszentrumbereich. Fehlt es an Nahversorgern?

Winter: Ich finde, mit einem Sparmarkt, einer großen Bäckerei mit kleiner Greißlerei, einem Fleischer, einem Regionalladen und Baumarkt, aufgeteilt im Ort, sind wir nicht schlecht aufgestellt. Luft nach oben ist natürlich gegeben.

Hier im Amtshaus finden die Gemeinderatsitzungen statt. Drei Parteien haben Mandate. Wie läuft es seit der letzten Gemeinderatswahl?

Winter: Das Klima ist sehr gut. Alle Beschlüsse wurden bislang einstimmig gefällt. Wir betreiben kein politisches Hickhack. Wir betreiben kein politisches Hickhack, uns geht Sachpolitik vor Parteipolitik.

Werbung