Nostalgie zum Anfassen. Comeback / Interessensgemeinschaft plant Wiederaufnahme des Betriebs auf „Krumpe“. Mitte März soll Konzept vorgelegt werden, mit dem auch Anrainer-Gemeinden überzeugt werden.

Von Markus Glück und Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 20. Januar 2014 (23:59)
NOEN, Foto: Straubinger
Reinhard Sieber, Obmann der Interessensgemeinschaft Krumpe 154, präsentiert die Konzepte für ein Comeback der Manker Bahn.
Von Martin Gruber und Markus Glück

2010 wurde die Eisenbahn-Strecke von Ober-Grafendorf über Mank nach Wieselburg von den ÖBB an das Land Niederösterreich, sprich die NÖVOG, übergeben, woraufhin der öffentliche Betrieb auf dieser Strecke eingestellt wurde. „Vorläufig“, wie der Obmann der „Interessensgemeinschaft Krumpe 154“ Reinhard Sieber im NÖN-Gespräch hofft.

„Von Verkehrslandesrat Karl Wilfing sind positive Signale diesbezüglich an uns entsendet worden. Er hat gesagt, dass wir gerne handeln dürften, müssten aber die Region selbst von unserem Vorhaben überzeugen“, sieht Sieber ein Licht am Ende des Tunnels.

„Kosten darf das die Gemeinden selbstverständlich nichts“

Bis Mitte März hat der Verein Zeit, ein Konzept zu erarbeiten. „Ich halte es hier bereits in Händen, das Echo der Gemeinden, die an der ,Krumpe‘ liegen, ist unterschiedlich, aber nicht eindeutig ablehnend“, will Sieber die Ortschefs ins Boot holen. „Kosten darf das die Gemeinden selbstverständlich nichts. Aber es wäre schön, wenn sie uns in Form von ,Naturalien‘, wie Schneeräumung und dergleichen, entgegenkommen würden“, appelliert Sieber.

Laut dem Konzept strebt der Verein vor allem eine touristische Nutzung an. „Was gibt es denn sonst in dieser Region? Das ist die einzige Chance, vielleicht schon mit der Landesausstellung 2015, Menschen in das Gebiet zu locken“, präzisiert Sieber die Ziele des Vereins. „Wir haben eine Chance, ohne großen Aufwand ein Stück Geschichte zu beleben. Das ist Nostalgie zum Anfassen“, ist Sieber Feuer und Flamme für das Projekt: „Wenn alles perfekt läuft, fahren wir vielleicht schon Mitte des Jahres mit der Mh.6 auf der ,Krumpe‘.“

Unterstützung in  Ober-Grafendorf

Ober-Grafendorfs Bürgermeister Rainer Handlfinger freut sich über die Bewegung in der Angelegenheit: „Auch wenn es weiterhin Skepsis gibt, so weit waren wir noch nie.“ Für Erich Dürnecker vom Ober-Grafendorfer Eisenbahn-Club Mh.6 soll der Wochenendbetrieb aber nur ein erster Schritt sein: „In Zeiten der verstopften Straßen sollte überall, wo es Schienen gibt, auch ein Zug fahren.“ Dem Projekt gegenüber ist der Verein naturgemäß positiv eingestellt. Ziel ist es laut Dürnecker, die Strecke auf „moderne Art wiederzubeleben“.

Bis zum nächsten Schritt muss aber noch eine Vielzahl an technischen Fragen geklärt werden. So ist die Betreibung des Heizhauses ebenso offen wie die Frage der Schienennutzung. Daneben liegt das Radweg-Projekt, welches anstelle der Schienen gebaut werden und rund fünf Millionen Euro kosten würde, bis zur Klärung auf Eis.