Pielachtal ist an Standort interessiert. Pilot-Projekt zur „Acute Community Nurse“ läuft in Bruck/Leitha. Entscheidung über Bewerbung mit Einsatzorganisationen.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 22. April 2021 (03:24)
Rettung Symbolbild
Weingartner-Foto

Nach und nach werden in den Pielachtaler Gemeinderatssitzungen die Beschlüsse für die Zielvereinbarung der Familienfreundlichen Region gefasst. In drei Workshops wurden Ideen gesammelt und gewichtet.

Eines der Vorhaben könnte die „Acute Community Nurse“ sein. Derzeit läuft seit Mai 2020 das Pilot-Projekt von Notruf NÖ in Bruck an der Leitha. Bei positiver Evaluierung des Konzepts sei laut Notruf NÖ eine schrittweise Ausrollung des Projekts in anderen Regionen Niederösterreichs ab 2022 möglich. „Das Pielachtal ist an einer Bewerbung als Standort interessiert“, berichtet Kleinregionsbetreuerin Marisa Fedrizzi. Außerdem sind sich die Bürgermeister einig: „Die Entscheidung über eine Bewerbung wird in enger Zusammenarbeit mit den Einsatzorganisationen, die es bereits im Pielachtal gibt, getroffen.“

Versorgung soll damit verbessert werden

Die „Acute Community Nurse“ (ACN) ist eine Zusammenführung zweier Berufsbilder: der gehobene Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege plus Notfallsanitäter. „Insbesondere in Regionen, in denen niedergelassene Ärzte in Randzeiten nicht mehr oder nur mehr sehr eingeschränkt auf Hausbesuche gehen und in denen die Wartezeit auf eine Visite aus Sicht des Betroffenen zu lange ist, erfüllt der Rettungsdienst auch Funktionen der allgemeinmedizinischen Versorgung“, heißt es von Notruf NÖ. Ziele des Projekts sind die Verbesserung der Versorgungsqualität insbesondere an Tagesrandzeiten, nachts und an Wochenenden; und die Unterstützung der regionalen Ärzte sowie eine höhere Lebensqualität für chronisch Kranke, Pflegebedürftige und alte Menschen. Denn durch die „Acute Community Nurse“ können lange Transportwege und Wartezeiten verhindert werden. So können die ACN zudem bei akuten Problemen und ableitenden Systemen wie Magensonden und transurethralen Harnkathetern helfen.

Ein Vorhaben, das zeitnah umgesetzt wird, ist eine Familienplattform, die Angebot und Nachfrage in vielen Themenbereichen zusammenbringt – allen voran Kinderbetreuung und Nachhilfe. Babysitter und Nachhilfelehrer sollen sich registrieren können, damit sie schnell gefunden werden.