Anraineraufstand gegen neue LED-Werbewand. Schlafstörungen und erhöhte Unfallgefahr durch Lichtverschmutzung befürchtet Alfred Semper. Doch alles ist rechtens.

Von Gila Wohlmann und Marlene Groihofer. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:55)
Keine LED-Werbetafel in Kotting wünschen die Anrainer Gertrude Fahrafellner, Gertrude Hiegesberger, Hermine Rotkröpfl, Ingrid Riegler und Alfred Semper (von links).
privat

„Wir wollen kein Mini-Las-Vegas im Wohngebiet!“ Alfred Semper ist verärgert. Grund seines Unmuts: eine geplante LED-Werbewand einer Firma in seinem Wohnort Kotting. Diese soll dort, wo derzeit eine unscheinbare Metalltafel steht, unweit von seinem Schlafzimmer entfernt, aufgestellt werden.

„Die Tafel liegt etwa 20 Meter von meiner Küche und meinem Schlafzimmer weg. Lichtverschmutzung und Störung der Nachtruhe werden die Folge sein. Wir sind ohnehin schon schwer belastet durch die B 39, wo am Tag 16.000 Autos durchfahren. Das ist ja keine Nebenstraße. Vom nächsten Nachbar wird die Leuchttafel 60 Meter entfernt sein“, führt er aus.

„Durch die Leuchttafel ist aufgrund von Ablenkung eine zusätzliche Gefahr zu erwarten.“Alfred Semper, Anrainer von Kotting, wettert gegen die geplante Werbetafel

Gefahr sieht Semper auch aufgrund der möglichen Ablenkung im Verkehr: „Es sind hier schon viele schwere Unfälle passiert. Es gibt in der 70er-Beschränkung mehrere Hauseinfahrten, drei Agrareinfahrten und eine Bushaltestelle – das alles in einer leichten Kurve. Oft fahre ich an meiner Hauseinfahrt vorbei und wende erst etwas weiter entfernt, weil ich bemerke, der Fahrer hinter mir bremst nicht.“ Wenn man abbiege bestehe immer Gefahr eines Unfalls. „Durch die Leuchttafel ist aufgrund von Ablenkung eine zusätzliche Gefahr zu erwarten“, ist er überzeugt.

Unmittelbar rund um den geplanten Standort der Tafel wohnen zehn Familien. Diese haben Einspruch eingelegt und eine Unterschriftenliste vorgelegt. „Es sind etwa 20 Personen betroffen, das heißt 90 Prozent der Ortschaft“, gibt er zu bedenken. Es wurde ein Gutachten erstellt und der Bau bewilligt. Das bestätigt Bürgermeister Rainer Handlfinger: „Die baubehördliche Überprüfung war positiv.“

Da es sich um ein Privatgrundstück handelt, hätte die Gemeinde kein großes Mitspracherecht. Da alles rechtens sei, dürfe die Tafel aufgestellt werden. „Ich verstehe aber die Sorgen der Anrainer“, lenkt er ein.

Eine Alternativstelle innerhalb des Ortsgebietes zu finden, meint Handlfinger, sei sehr schwierig. Der Grundbesitzer wäre, meint Semper, die einzige Chance: Er müsste sich weigern die Tafel aufstellen zu lassen. Grundeigentümer Michael Linauer zur NÖN: „Es ist alles im gesetzlichen Rahmen, ich sehe daher kein Problem.“

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