Die Krumpe fährt jetzt auf Bestellung. Nach neun Jahren mit einigen Rückschlägen konnte die Ober-Grafendorfer Anschlussbahn GmbH die erste Fahrt durchführen.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 30. Juli 2019 (04:33)

Strahlende Gesichter wohin das Auge reicht: Das unbeständige Wetter konnte der großartigen Stimmung bei der Eröffnung der Krumpe keinen Abbruch tun. Zum ersten Mal nach neun Jahren konnten Bahninteressierte in Aussichtswaggon oder geschlossenem Waggon eine Fahrt von Ober-Grafendorf nach St. Margarethen antreten.

„Für mich als junger Bürgermeister waren es 2010 gleich zwei Hiobsbotschaften: Die Post sperrt zu und die Manker Bahn sperrt zu“, erinnert sich Ober-Grafendorfs Bürgermeister Rainer Handfinger bei der Krumpen-Eröffnung und bedankt sich für die Beharrlichkeit für die Umsetzung dieses Projekt. Auch St. Margarethen mit Bürgermeister Franz Trischler unterstützte das Projekt von Anfang an. „Ich bin froh, dass die letzten drei Jahre der Diskussion endlich vorbei sind, und die Bahn wieder fahren kann“, so Trischler.

Betreiber der touristischen Bahnstrecke ist die Ober-Grafendorfer Anschlussbahn GmbH, die hauptsächlich aus den beiden Vereinen Eisenbahnclub Mh. 6 und Bischofstettner Bahnfreunden besteht.

„Es ist eine Genugtuung für mich, dass auf den letzten fünf Kilometern wieder gefahren wird, und die Bahn nicht in Vergessenheit gerät“, betont der Obmann des Eisenbahnclubs Mh. 6 Erich Dürnecker, und der Geschäftsführer der Ober-Grafendorfer Anschluss GmbH schmunzelt: „Wir sind das kleinste personenbetriebene Eisenbahnunternehmen Österreichs.“

„Es ist eine Genugtuung für mich, dass auf den letzten fünf Kilometern wieder gefahren wird und die Bahn nicht in Vergessenheit gerät.“ Erich Dürnecker

Das es soweit gekommen ist, erforderte viel Durchhaltevermögen und Engagement. „2013 haben wir richtig begonnen ein Konzept zu erstellen. Reinhard Sieberer, ein kompetenter ÖBB-Mann, der kürzlich pensioniert wurde, hat uns dabei unterstützt“, hebt Karl Krach von den Bischofstettner Bahnfreunden hervor. Im März 2014 ging es mit den Ideen ins Landhaus. Das Projekt wurde von den Experten goutiert. Weniger gut angekommen sei es allerdings bei den Bürgermeistern. Drei entschieden sich aber doch dafür: Rainer Handlfinger, Franz Trischler und Reinhard Hager aus Bischofstetten. Ein Pachtvertrag wurde ausgemacht.

„Es folgte eine Krise in Bischofstetten. Sogar ein alleiniges Kündigungsrecht wurde ausgemacht, weil alle dachten, das Projekt sei so zu retten“, erinnert sich Krach. Nach einem Gemeinderatsbeschluss in Bischofstetten war es mit der Krumpe bis in den Bezirk Melk jedoch vorbei. Dort gibt es jetzt einen Radweg auf der ehemaligen Strecke der Krumpe.

Trotz aller Rückschläge sind die Betreiber glücklich über den positiven Ausgang der ganzen Strapazen. Ab sofort kann die Bahn an Wochenenden über die Website des Eisenbahnclubs Mh.6 gebucht werden, genauso wie Dampfzugfahrten auf der Mariazellerbahnstrecke.

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