Drei Schulklassen in Corona-Quarantäne. Schüler, Lehrer und auch der Direktor sind an Neuer Mittelschule Ober-Grafendorf positiv.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 20. November 2020 (15:36)
Schuldirektor Peter Kärcher hat Corona und ist in Quarantäne.
privat/Kärcher

"Ja, ich bin Covid-19 positiv und auch krank." Das bestätigt Peter Kärcher, Direktor der Neuen Mittelschule Ober-Grafendorf, auf NÖN-Anfrage.

Er ist derzeit daheim in Quarantäne. "Ich habe Fieber, starke Gliederschmerzen, ebenso Schwindel und Kopfschmerzen. Ein Spitalsaufenthalt ist aber zum Glück derzeit nicht nötig", berichtet er. Er ist nicht der einzig Betroffene an seiner Schule. "Es sind mehrere Lehrkräfte und auch Schüler positiv. Das haben Tests ergeben. Bislang sind sie aber symptomlos oder zeigen nur milde Verläufe", schildert Kärcher. Die genaue Zahl der Erkrankten möchte er nicht nennen. "Das ändert sich laufend. Es sind aber derzeit drei Klassen in Quarantäne, die Kontakt mit einer betroffenen Lehrerin hatten",  bestätigt er. Die im selben Gebäude untergebrachte Volksschule sei bislang, ist er erleichtert, "coronafrei."  

"Die Situation ist natürlich für uns alle sehr herausfordernd. Für Eltern, Schüler als auch das Pädagogenteam", gibt der Schulleiter zu bedenken. Die Aufregung der Eltern ist für ihn nachvollziehbar. Nachlässigkeit in der Umsetzung der Corona-Auflagen sieht keine. "Wir haben alles getan, was in unserer Macht steht. Sämtliche Vorgaben wurden strikt umgesetzt. Wir haben zur zusätzlichen Desinfektion jetzt noch weiteres Reinigungspersonal aufgenommen", betont er. An den Lehrertischen sind bereits Plexiglaswände aufgestellt. Weitere Nachrüstungen, so Kärcher, folgen. Die Lehrer sind auch auf verschiedene Räumlichkeiten aufgeteilt. Eine normale, gemeinsame Nutzung des Lehrerzimmers wird vermieden.

"Es herrscht derzeit Notbetrieb", sagt der Direktor. Von 231 Mittelschülern kommen im Moment täglich zwischen sieben und neun Kinder zum Unterricht in die Schule, weil für sie Home-Schooling nicht möglich ist. Dennoch ist man bemüht, bei den Schülern keine Lernrückstände aufkommen zu lassen. "Wir verwenden als Lernplattform ,Microsoft teams'. Das funktioniert sehr gut. Ebenso das Lernen via die App ,Schoolfox'", sagt er. Einige Lehrer nutzen noch weitere Apps für Lernspiele. "Das kommt bei den meisten Kindern gut an", stellt der Pädagoge fest. 

Was ihn aber sehr ärgert, ist die fehlende, zugesagte Unterstützung des Landes bei der Anschaffung von Laptops für sozial benachteiligte Kinder. "Ich habe zwölf Laptops bestellt, aber bislang erst einen erhalten. Ich bin dann gezwungen, auszuwählen, wer ihn bekommt", grollt er. Man müsse innovativ werden, um allen gleiche Lernfortschritte zu ermöglichen. Derzeit ist er mit lokalen Firmen in Kontakt, dass diese nicht mehr gebrauchte, alte Pcs  für die Schüler, die keinen Laptop haben, bereitstellen. 

"Der Schulbetrieb kann aber zu hundert Prozent aufrecht erhalten werden. Es gibt eine laufende Evaluierung mit der Gemeinde, der Bezirksverwaltungsbehörde und der Außenstelle der Bildungsdirektion in Tulln", beruhigt er. Dass jetzt seine Bildungsstätte so betroffen ist, ist für den Schuldirektor ein klarer Beweis: "Die Fälle zeigen leider, dass es nicht so ist, wie von der Regierung vorerst behauptet wurde: Junge Menschen können leider auch symptomlose Träger sein."