Gert Steinbäcker: „Ich liebe Dialekt-Songs“. Gert Steinbäcker, ehemaliges STS-Mitglied, kommt im Mai in die Pielachtalhalle. Im Vorhinein stand er der NÖN Rede und Antwort zu seiner Musik und seinem Leben.

Von Maria Prchal. Erstellt am 21. Dezember 2017 (05:16)
NOEN, Prchal
Im Mai bespielt Gert Steinbäcker die Pielachtalhalle in Ober-Grafendorf.

Gert Steinbäcker, das erste „S“ von „STS“, ist auch solo noch ein Phänomen. Nach dem Erfolg seines letzten Albums „Ja eh“ und seiner Tournee im Frühjahr, steht schon die nächste Tour an. Am 11. Mai steht Steinbäcker in Ober-Grafendorf auf der Bühne. Übers Älterwerden, Rauchverbot und Radiomusik plauderte er im Vorfeld mit der NÖN.

NÖN: Was darf man sich von Ihrer neuen Tour erwarten?

Gert Steinbäcker: Ich und meine Band spielen Songs aus meinen Solo-Alben, Songs, die ich für STS geschrieben hab und ein paar kleine Überraschungen wird’s auch geben – die ich, wie das Wort Überraschungen schon verrät, allerdings nicht verrate. Es ist nicht selbstverständlich, dass, wenn man aus einer sehr berühmten Band aussteigt, man solo weiterhin erfolgreich ist. Aber meine erste Solo-Platte ist nach wenigen Wochen bereits mit Gold ausgezeichnet worden und die ersten kleinen ausgewählten Konzerte 2017 hatten super Kritiken, waren restlos ausverkauft und wurden mit Standing Ovations begleitet. Das gab mir den Anstoß, eine Hallen-Tournee im Jahr 2018 zu spielen.

Kommt ein anderes Publikum zu Ihren Solo-Auftritten? Steinbäcker: Mir wurde gesagt, dass sehr viele junge Leute kommen. Woran das auch immer liegt – an meiner jugendlichen Schönheit wahrscheinlich nicht.

Würden Sie sagen, dass Ihre Musik zeitlos ist?

Steinbäcker: Es schaut teilweise so aus, ich selber würde das aber nie sagen. Es gibt ein paar Songs mit politischem Bezug, bei denen die Leute sagen, die sind vor 20 Jahren entstanden und würden heute immer noch passen.

Was sagen Sie zur aktuellen politischen Situation?

Steinbäcker: Die ist sehr spannend und ich bin sehr neugierig, was da rauskommt. Es gibt sicher wichtigere Themen als das Rauchverbot, aber bis jetzt gibt es eben keine anderen.

Wie würden Sie den gerade populären Begriff Heimat definieren?

Steinbäcker: So wie ich es in dem Song „Steiermark“ geschrieben habe: Heimat ist für mich der Ort, wo ich viel Zeit verbracht habe, Leute kenne, Freunde kenne, wo Zufluchtspunkte sind, wenn es einem nicht gut geht. Und es hängt nicht unbedingt vom Geburtsort ab. Ich hab in Griechenland, wo ich seit 30 Jahren am gleichen Ort wohne, das gleiche Gefühl wie in der Steiermark. Wenn man einmal auf der Beerdigung eines Einheimischen war, weiß man, hier ist man beheimatet.

Ihre Meinung zur österreichischen Musikszene?

Steinbäcker: Man hat das Gefühl, dass in den Mainstream-Radios nur 50 Songs gespielt werden. Da kommt der österreichische Song nicht vor. Ich meine, ich liebe Dialekt-Songs, aber die sind halt immer schon unter Beschuss gestanden. Menschen, die geglaubt haben, dass der Dialekt-Gesang der Ausdruck einer verminderten Denkmöglichkeit ist, haben sich dagegen gewehrt. Außerdem bin ich kein Freund von zu viel Technik in der Musik. Mich interessieren live gespielte Lieder. Das ist das, was lebendig werden kann.

Was sind die nächsten Projekte?

Steinbäcker: Es gibt Überlegungen, keine fixen Pläne. Es gibt auch ein paar Anfragen für Songs für einen Film. Das würd mich sehr interessieren. Aber ich bin kein Workaholic. Ich genieße das sehr, wenn man ein Jahr nichts tut außer Motorrad fahren.

Steht man heute anders auf der Bühne als vor 30 Jahren?

Steinbäcker: Wir sind bei STS ja immer schon gesessen. Für zwei, drei Songs steh ich aber auf, um zu beweisen, dass das noch geht.

Was würden Sie Ihrem 18-jährigen Ich mit auf den Weg geben? Steinbäcker: Das hört sich an wie eine Plattitüde, aber ganz wichtig ist, die Schritte die man macht, genau zu prüfen, weil man glaubt in dem Alter nicht, was für Folgen was haben kann.

Und Ihre Antwort wäre gewesen?

Steinbäcker: Ja eh.