Johann Grundböck: Der Mann auf dem Rad. Ob früher zur Arbeit oder heute zum Einkaufen – Johann Grundböck (73) aus Ober-Grafendorf legt fast alle Wege auf Drahteseln zurück. Die 120.000-Kilometer-Marke hat er schon überschritten.

Von Caroline Böhm. Erstellt am 02. Januar 2021 (03:02)
Johann Grundböck ist immer mit dem Fahrrad unterwegs.
Burmetler

Der Ober- Grafendorfer Johann Grundböck ist leidenschaftlicher Radfahrer und hat schon etliche tausend Kilometer geschafft. Allein 60.000 Kilometer kamen während seiner 18-jährigen Dienstzeit beim Bundesheer in Spratzern zusammen. Seit 2003 ist der Techniker in Pension und tritt weiterhin in die Pedale. „Wenn ich im Auto sitze, muss ich streng auf die Straße schauen. Auf den Radwegen habe ich eine schöne Aussicht, das ist angenehmer“, begründet er seine Wahl. Außerdem möchte er die Umwelt schützen und genieße die frische Luft.

Ein Auto besitzt der 73-Jährige nicht, stattdessen besteht sein Fuhrpark aus vier Fahrrädern. Jedes von ihnen hat mindestens 18.000 Kilometer auf dem Buckel, nur sein altes Dienstrad trägt ihn schon rund 70.000 Kilometer.

Das weiß er genau. Denn seine Räder sind nicht nur mit Thermometern, sondern auch mit Tachometern ausgestattet. Damit nichts quietscht, folgt alle 500 Kilometer ein Service.

„Wenn ich im Auto sitze, muss ich streng auf die Straße schauen. Auf den Radwegen habe ich eine schöne Aussicht, das ist angenehmer“

Besonders schwört er auf den Klassiker „Puch Clubman“, vor vier Jahren kam ein Elektrofahrrad hinzu. Zwischen den Rädern wechselt er je nach Distanz und Steigung. Regen stört den fleißigen Radler nicht, dafür hat er einen Regenschutz. Erst bei Schnee und Eis ist Schluss. Früher fuhr er im Winter mit dem geheizten Traktor zur Kaserne, mittlerweile wählt er den Zug.

Auch neben dem Radeln hält sich der rüstige Rentner aus Ober-Grafendorf fit. Er trainiert jeden Tag in der Früh, macht Übungen mit dem Expander, 20 Rumpfbeugen und 30 Liegestützen. „Meine Familie ist stolz, dass ich schon so viele Kilometer gefahren bin“, erzählt er. Sorgen um ihn müssen sie sich scheinbar nicht machen. In all den Jahren gab es bislang nur einen Unfall, die damalige Kollision mit einem Auto sei, betont er, jedoch „ganz harmlos“ gewesen.