NÖN lud zur Wahldiskussion ins Gemeindeamt. Die NÖN lud alle Parteienvertreter zur öffentlichen Diskussion anlässlich der Wahl am 26. Jänner.

Von Bernhard Burmetler. Erstellt am 21. Januar 2020 (04:00)

 Zur Diskussion anlässlich der Gemeinderatswahl lud die NÖN ins Gemeindeamt. Dabei waren Spitzenkandidaten aller zur Wahl antretenden Parteien anwesend.

Von der „Liste Rainer Handlfinger - SPÖ“ stellten sich Rainer Handlfinger, von der ÖVP Markus Schmidinger, von der FPÖ Manuela Gruber, von den Grünen Michael Berner und von den NEOS Dieter Brauner, den Fragen von NÖN Pielachtal-Redaktionsleiterin Marlene Groihofer.

Die Themen reichten von Hauptplatzgestaltung und Gesundheitszentrum über Verkehrsprobleme bis hin zu leistbaren Baugründen und Jugend.

Verkehr : Angesprochen wurde die zukünftige Situation beim geplanten Gesundheitszentrum und rund um die Neugestaltung des Hauptplatzes. „Wir müssen bedenken, dass wir auch Abstellflächen für Rettungsfahrzeuge und Ladetätigkeiten brauchen“, meinte Michael Berner von den Grünen. Manuela Gruber von der FPÖ wies darauf hin, dass das Chaos vor der Schule keine Zukunft habe und möchte den Eingang hinter die Schule, in die Raiffeisengasse, verlegen. Handlfinger spricht sich für den Durchzugsverkehr aus, da dieser für die heimische Wirtschaft benötigt werde. Zudem habe man den Lkw-Verkehr gut im Griff. Diskutiert wurde auch über die Verkehrssituation in der Siedlungsstraße, Brunnengasse und Julius-Raab-Straße. Die Einmündung in die Schulstraße stand ebenfalls zur Debatte.

Parkplätze: Mehr Parkplätze am Hauptplatz wünscht sich die FPÖ, vor allem vor der Apotheke und dem künftigen Gesundheitszentrum werde eine vernünftige Lösung gebraucht. „Jemandem, der krank und gebrechlich ist, kann man nicht zutrauen, einen Kilometer zu gehen“, meint Manuela Gruber von der FPÖ. „Wir dürfen dennoch nicht den ganzen Ort mit Parkplätzen zupflastern“, so Rainer Handlfinger, der sich auch in der Parkplatzfrage eine nachhaltige Lösung mit Blick auf die Zukunft wünscht. Michael Berner von den Grünen: „Es braucht geeignete Parkplatzkonzepte für Veranstaltungen, etwa in der Pielachtalhalle. Parkplätze gibt es genug – wie sie genutzt werden, ist teilweise zu hinterfragen.“

Bei aller Diskussion rund um den Hauptplatz dürfe auch auf die Entwicklung und Bedürfnisse der Katastralgemeinden nicht vergessen werden, fordern Markus Schmidinger (ÖVP), ebenso wie Dieter Brauner (Neos). Markus Schmidinger: „Diese Einwohner brauchen zentrumsnahe Parkplätze fürs Einkaufen.“

Wohnraum: Ein vernünftiges Konzept brauche es, waren sich die Parteienvertreter einig. Unmut herrschte fraktionsübergreifend über 70 bis 90 Stück private Baugründe, die potenziell vorhanden sind, aber nicht zum Verkauf geboten werden. Markus Schmidinger von der ÖVP forderte gesetzliche Änderungen durch das Land Niederösterreich, „um eine vernünftige Lösung“ zu finden. Zum Schlagabtausch kam es zwischen Dieter Brauner von den Neos und Rainer Handlfinger von der SPÖ. Brauner warf dem Bürgermeister vor, dass bei Grundstücksvergaben nicht alles mit rechten Dingen zugehe. Handlfinger konterte: „Ich kann die Kritik nicht verstehen. Ich versuche immer, alles transparent zu gestalten und zum Wohle aller Bürger.“

Transparenz : Dieter Brauner (Neos) und Manuela Gruber (FPÖ) übten Kritik an dem im Herbst mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP beschlossenen Baukostenzuschuss von 200.000 Euro an die Siedlungsgenossenschaft Pielachtal für den Neubau mit Wohnung und Ärztezentrum im Ortskern. Rainer Handlfinger konterte, dass seitens der Gemeinde alles korrekt abgelaufen sei: „Ich verstehe die Aufregung nicht.“

Jugend: Die ÖVP wünscht sich einen Nacht-Shuttlebus für die Jugend oder einen „Gmoabus“, wie ihn auch die Grünen gern hätten, also ein Transportfahrzeug, mit dem wenig mobile Personen befördert werden können, das aber auch für die Fahrt zu Veranstaltungen und Festen genutzt werden kann. Die FPÖ setzt auf einen betreuten Jugendtreff. Mit Taxiunternehmen könne man zusammenarbeiten, um der Jugend mit Gutscheinen günstige Fahrten zu ermöglichen, schlägt die FPÖ zudem vor.

Man dürfe aber nicht auf die heimische Wirtschaft vergessen, wenn man das Fortgehen andernorts unterstütze, meint Rainer Handlfinger.

Die SPÖ setzt in der Jugendarbeit auf das Streetworker-Team, das noch heuer im Pielachtal an den Start gehen soll. Die Jugend vom Abwandern abhalten will auch Dieter Brauner von den Neos.