Pfarrer Emeka Emeakaroha seit 20 Jahren im Amt. Vom Ministranten in Nigeria zum beliebten Pfarrer im Pielachtal: Pfarrer Emeka Emeakaroha feierte mit seiner Pfarrgemeinde 20 Jahre Amtszeit.

Von Sofie Kalteis. Erstellt am 10. Juli 2019 (05:37)
privat
Pfarrer Emeka Emeakaroha wird hoch geschätzt unter anderen vom Weinburger Bürgermeister Peter Kalteis, Ober-Grafendorfs Bürgermeister Rainer Handlfinger (hinten l. und r.) sowie vom ehemaligen Weinburger Pfarrer und ehemaligen Dompfarrer Johannes Oppolzer

Pfarrer Emeka Emeakaroha, der nun seit über 20 Jahren Priester in den Gemeinden Weinburg und Ober-Grafendorf ist, feierte am vergangenen Wochenende sein 20-jähriges Jubiläum in der Pfarrkirche Ober-Grafendorf.

Der ursprünglich aus Nigeria stammende Pfarrer erzählt, wieso er sich für diesen Werdegang entschieden hat: „Als Kind war ich in meiner Heimat lange Zeit Ministrant und wollte immer schon lernen, wie man eine Messe feiert“, erzählt Emeakaroha. Der damalige Priester in seinem Dorf Imo-State habe ihm immer sehr imponiert. Deswegen entwickelte er schon als Kind den Wunsch, Priester zu werden, ohne zu wissen, was mit diesem Beruf alles verbunden ist. „Als Kind glaubte ich immer, dass man um Priester zu werden eine Lehre bei einem Pfarrer machen muss. Doch unser Priester belehrte mich schnell eines Besseren. Da ich aus einer wohlhabenden Familie stamme, war es mir möglich, in der nächstgelegenen Stadt das Gymnasium zu besuchen und danach Philosophie an der Hochschule in Nigeria zu studieren.“ Nachdem er das Studium abgeschlossen hatte, kam er aufgrund einer Partnerschaft zwischen seiner Diözese und der Diözese St. Pölten nach Österreich und studierte daraufhin Theologie und Philosophie. Nach seiner Priesterweihe 1999 übernahm er das Amt des Kapplans in der Pfarre Ober-Grafendorf.

Ausflüge mit Minis „lustigste Erlebnisse“

Die Leitung des Pfarrverbandes Ober-Grafendorf und Weinburg als Pfarrer hat er seit 2010 inne.
Neben seinen vielen Aufgaben im Pfarramt macht er auch viele Ausflüge mit seinen fleißigen Ministranten. „Die jährlichen Ausflüge mit meinen Minis sind die lustigsten Erlebnisse, die ich in meinem Beruf erleben darf,“ erzählt Emeka Emeakaroha weiter. Heuer fuhren die Minis samt Emeakaroha ins Stift Zwettl. Doch auch in den Süden nach Rom zog es den Priester mit seinen Ministranten.

Obwohl er sich in seiner „neuen Heimat“ sehr wohl fühlt, vergisst Emeka Emeakaroha dennoch nie seine Heimat Nigeria. Mit vielen verschiedenen Projekten unterstützen er und seine unzähligen Helfer seinen Heimatort Imo-State.

„In meiner Heimat gibt es immer noch viele Kinder, die nicht in die Schule gehen können, weil es sich ihre Eltern nicht leisten können,“ sagt Emeka. Deshalb suche er in Österreich noch Pateneltern, die ein Kind für ein bis zwei Jahre oder länger mit einem jährlichen Beitrag von 100 Euro unterstützen. „Mit nur 100 Euro pro Jahr kann ein Kind in meiner Heimat für ein Jahr die Volksschule oder sogar das Gymnasium besuchen,“ erzählt er weiter. Für nächstes Jahr suchen er und sein Verein „Emeakaroha-Foundation“ noch einen Kinderchirurgen, der in seinem „Madonna Austrian Hospital“ in Nigeria Bauchoperationen – vor allem Nabel und Leistenbrüche – bei Kindern operiert.