Pielachtaler Wirte können den 19. Mai kaum erwarten. Pielachtaler Lokalbetreiber wollen für besten Service trotz Abstand sorgen. Sie hoffen auf testwillige Gäste mit hoher Akzeptanz für Corona-Auflagen.

Von Gila Wohlmann, Gerhard Hackner, Bernhard Burmetler und Anna Maria Backnecht. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:05)
Die Top-Wirte Hubert und Sonja Kalteis sehen Gastwirte gefordert, Testverweigerern mitunter den Eintritt ins Lokal strikt zu verwehren.
Hackner, Hackner

Der 19. Mai. Ein fast magisches Datum für die Gastronomie. Denn dann darf nach rund einem halben Jahr wieder aufgesperrt werden. Weg vom Abhol- und Lieferservice retour zum Lokalalltag. Doch dieser wird anders sein: Registrierungspflicht für Gäste, FFP2-Masken, ein negatives Testergebnis, ein Impfzertifikat oder eine Bestätigung über eine durchgemachte Covid-19-Erkrankung, vielleicht mitunter Tests vor Ort – Alles steht im Raum. Wie bereiten sich die Wirte im Tal vor?

„Ohne wirklich klare Vorgaben geht das nicht“, findet Johann Weiß vom Steinschalerhof in Warth. Er setzt auf laufende Bewerbung seines Restaurants und des Steinschalerdörfls in Frankenfels, in der Hoffnung, dass sich bald wieder größere Reisegruppen anmelden.

„Ohne wirklich klare Vorgaben geht das nicht“

Alles auf Vordermann wird derzeit im Gasthaus Gapp in Weinburg gebracht. Dieses ist eher auf große Feiern ausgelegt. „Es wird aber noch dauern, bis es dazu wieder kommt“, ist sich Chef Thomas Gapp bewusst. Bis dahin möchte er – trotz Abstand halten – besten Kundenservice bieten.

Alfred Krassnig vom Alten Brauhaus in Rabenstein befürchtet anfangs weniger Kunden, da sich nicht jeder testen lassen will. „Wenn der große Ansturm bei Schönwetter herrscht, stellt sich die Frage, wer das Testergebnis der Gäste kontrolliert. Dann wird zusätzliches Personal benötigt“, glaubt er.

Impfen als bester Schutz gegen neuen Lockdown

Alles frisch hergerichtet ist im Haubenlokal Kalteis in Kirchberg. Um ein dauerhaftes Öffnen zu gewährleisten, müssten die Wirte Testverweigerern den Zutritt verwehren und sich an die Regeln halten, betont Top-Wirt Hubert Kalteis. Er sieht eine möglichst hohe Impfrate als beste Voraussetzung für eine geöffnete Gastronomie. Der gleichen Ansicht sind die Kirchberger Gastro-Kollegen Franz und Sabine Mahrer vom Gasthaus Mahrer. Sie sind zuversichtlich: „Wir haben genügend Platz, Abstand halten ist kein Problem.“ Der Gastgarten wird zur Zeit im Voralpenhof in Frankenfels vorbereitet. „Auch im Saal achten wir auf Abstand. Wir stellen die Tische mit ausreichendem Abstand auf“, versichert Chefin Petra Hofegger. Im Stüberl wird jeder zweite Tisch gesperrt.

Im Café-Restaurant Berdas möchte man den Gastgarten bis zum 19. Mai mit einer neuen Holzterrasse sowie neuen Gartengarnituren attraktiv für die Gäste gestalten. Die dortigen Wände werden gestrichen. „Für ein Familienessen am Sonntag werden die Gäste sich testen lassen“, denkt Dasara Halilaj-Hamiti. Es gibt auch schon Anfragen für Tauf- und Erstkommunionsfeiern. „Aber ohne Details können wir nichts versprechen, deshalb lassen wir die Situation auf uns zukommen und setzen weiterhin auf Angebote wie die Backhuhnaktion“, ergänzt die Gastronomin.

Beim Gasthaus Planer in St. Margarethen freut man sich, das Essen wieder auf Tellern zu servieren. „Wir denken, dass die Gäste die Maßnahmen akzeptieren werden und alles gut funktionieren wird, wie im Sommer“, meint Hannelore Planer. Renate Heiß vom Kulturcafé im selben Ort hofft, dass die Öffnungen dauerhaft halten. „Unsicherheit herrscht bei der Organisation des Geschäftsablaufes“, stellt sie fest.