Pielachtaler Kaffeehäuser: Der Spaßfaktor fehlt (noch). Noch zurückhaltend sind die Bürger beim Kaffehaus-Besuch. Eis ist beliebt, doch meist wird es mitgenommen.

Von Gila Wohlmann, Bernhard Burmetler und Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 21. Mai 2020 (05:36)
Eine schmackhafte Portion Eis genossen Susanne, Nepomuk und Stanislaus Binder aus Thürnau im Kulturcafé in St. Margarethen bei der Wiedereröffnung nach der Corona-Sperre.
Heiß

Eine Melange? Ein Espresso? Oder ein großer Brauner zur Mehlspeise? Oder vielleicht ein köstlicher Eisbecher? Gaumenfreuden, die gerne in den Café-Konditoreien der Region genossen werden. Oder wurden. Bis Corona die Menschen verunsicherte.

Die Kaffeehauskultur ist noch klar getrübt, lautet die Bilanz der Kaffeehausbetreiber nach dem ersten Wochenende seit dem Wiederaufsperren.

Erwartungen? „50 Prozent von vorher“

Seit 2015 führt Renate Heiß das Kulturcafé in St. Margarethen. Auf 80 bis 90 Prozent schätzt sie die Einbußen der letzten Wochen. Ihre Erwartungen anlässlich der Wiedereröffnung sind ebenso gedämpft. „50 Prozent von vorher“, schätzt Heiß, dass der künftige Betrieb „schwierig“ sein wird.

Denn die Bereitschaft zum Fortgehen sei noch niedrig, folgert sie nach Rückmeldungen und Gesprächen. Zwei Mal im Monat fanden bei ihr auch Veranstaltungen wie Lesungen, Vernissagen oder Konzerte statt. „Die bringen viele Besucher“, betont sie. Durch die neuen Lockerungen bei Veranstaltungen mit 29. Mai schimmert hier zumindest etwas Licht am Horizont.

Klare Worte findet Leo Bachinger für den Freitag und Samstag, die ersten zwei Tage der Wiedereröffnung nach der behördlichen Corona-Sperre: „Eigentlich war es sehr erschütternd!“ Am Freitag, sicher auch dem schlechten Wetter geschuldet, war fast gar nichts los. „Am Samstag habe ich im Lokal gerade Mal zwei Eisbecher verkauft“, erzählt er.

Vitrinen-Eis: „Da werden ganze Styroporboxen gefüllt“

Die Gründe glaubt er zu kennen: „Die Leute sind einfach noch extrem verunsichert, um nicht zu sagen, teilweise verängstigt.“ Außerdem fehle unter den behördlichen Vorgaben der Spaßfaktor bei einem Lokalbesuch.

Überdies hätten viele Bürger die Corona-Zeit genutzt, um es sich zu Hause gemütlich zu machen und sich dort, ohne strikte Vorgaben zu unterhalten. Und auch ihr Eis zu genießen. Denn der Vitrinen-Eisverkauf zum Mitnehmen läuft top. „Da werden ganze Styroporboxen gefüllt. Aber auch das Stanitzelessen vor dem Lokal geht gut“, stellt er fest.

Corona hat das Kundenverhalten klar verändert. Und das wird auch noch eine Weile so andauern, meint Bachinger. Zumindest bis es ein Ende der Maskenpflicht gibt.