Keine Märkte, aber Ausstellung zu Ostern im Pielachtal. Kunsthandwerk zu Ostern ist beliebt. Größter Markt findet zum zweiten Mal nicht statt. Ostereiermalerin will offen halten.

Von Nadja Straubinger, Gila Wohlmann und Gerhard Hackner. Erstellt am 25. Februar 2021 (04:05)
Auch dieses Jahr muss Osterhase Felix in Rabenstein pausieren.
Wohlmann

Ob kunstvoll dekorierte Osterkerze, liebevoll geschnitzter Osterhase oder fein bemalte Ostereier: Kunsthandwerk ist in der Osterzeit besonders beliebt. Wegen Corona wird es heuer, wie schon im Vorjahr, nur wenig Gelegenheit geben, dieses auf Ostermärkten zu erstehen.

Der Rabensteiner Osterkreativmarkt ist für sein Kunsthandwerk über das Tal hinaus bekannt. Wegen Corona fällt er jedoch jetzt schon das zweite Mal in Folge aus. Organisatorin Irmgard Tuschetschläger ist betrübt: „Er hätte zum achten Mal stattgefunden. Die Aussteller, darunter viele neue Künstler, würden so gerne kommen.“

Helga Schmid ist Anfang März zu Fernsehaufnahmen für die Barbara Karlich-Show zum Thema „Bräuche rund um Ostern“ eingeladen. Dazu bringt sie natürlich einige ihrer Ostereier-Kunstwerke mit.
Hackner

Der Markt sei nicht nur bei den Besuchern, sondern eben auch bei den Künstlern beliebt, weil das Rundherum einfach passe. „Die Aussteller sind mit unserem Wirt zufrieden, der sie verpflegt; das Pfarrcafé-Team sorgt ebenfalls immer für einen gemütlichen Rahmen“, erzählt sie. Tuschetschläger hat früher selbst mit ihrem Gatten Holzskulpturen verkauft; seit ihr Mann beim Markt am Smoker steht und sie sich vermehrt der aufwendigen, reibungslosen Durchführung widmet, ist keine Zeit mehr dafür. Der Osterkreativmarkt in Rabenstein ist der größte Ostermarkt im Tal.

„Ich dachte, meine Welt bricht zusammen. Darin steckt ein Dreivierteljahr Arbeit, die jetzt umsonst war.“

Die erneute Absage in diesem Jahr schmerzt Tuschetschläger sehr: „Ich dachte, meine Welt bricht zusammen. Darin steckt ein Dreivierteljahr Arbeit, die jetzt umsonst war.“ Sie betont, dass ein Teil des Erlöses des Marktes immer einem wohltätigen Zweck zugutekommt. Von einem Online-Alternativ-Ostermarkt hält sie nichts: „Unsere Kunden wollen die Ware selbst sehen, sie angreifen und sich vor Ort über die Herstellung informieren.“

Helga Fellner von der Kunstlounge in Ober-Grafendorf wartet noch ab. „Aber einen großen Markt werden wir sicher nicht machen“, betont sie, schließlich würden die Künstler heuer nichts speziell für Ostern vorbereiten. Erst im Herbst könnte sie sich wieder einen Kunsthandwerksmarkt vorstellen.

Ostereier-Ausstellung mit Beschränkung

Im Vorjahr musste Helga Schmid ihre Oster-Ausstellung wegen des Lockdowns absagen. Dieses Jahr hofft die Ostereier-Weltrekordmalerin, dass sie ihre Kunstwerke wieder am „Gsollhof“ unter Einhaltung aller Corona-Richtlinien präsentieren kann. Das Bauernhaus der Familie Schmid befindet sich in der Schwerbachgegend 31 direkt an der Landesstraße B39. Helga Schmid berichtet: „Bis Ostern sind die Eierkunstwerke auf einer größeren Fläche ausgestellt. Wegen der Besuchereinschränkung kann man die rund 3.000 mit verschiedensten Motiven bemalten Ostereier aber danach das ganze Jahr über im Zuge einer kleineren Ausstellung besichtigen.“

Zu den Besonderheiten zählen ein schwarzes Emu-Ei vom australischen Strauß, Motive auf Wachtel-, Hühner-, Gänse- und Enteneiern sowie auf Hexeneiern von Tauben und Zuchtfasanen. Es gibt auch Motive mit dem Monogramm der Besucher. Sonderwünsche werden sofort erfüllt. Als Dekoration dienen alte Möbel, Körbe, ein 80 Jahre alter Leiterwagen und eine Militärtruhe, die der Urgroßvater Rudolf Kirchner von 1911 bis 1914 beim Militär verwendete. Zusätzlich präsentiert Helga Schmid Dirndl-Handwerkskunst und Dirndlprodukte aller Art ab Hof.