Abnahme erfolgt: 13 Hunde mussten leiden. „Züchter“ im Pielachtal vernachlässigten ihre Leonberger grob. Deren Vermieterin informierte Tierschützerin.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 08. Juni 2021 (13:00)
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Auf diesem Areal wurden die Hunde gehalten. Drei Vierbeiner verblieben bei den Besitzern, da ihr Zustand nicht so schlecht gewesen sein soll. Der Tierschutzverein hofft aber, dass diese auch abgenommen werden. Das entscheidet aber die Behörde.
privat, privat

13 verwahrloste Hunde auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Pielachtal. Dieser Fall erschütterte viele Tierfreunde.

NÖN-Online berichtete: Der Zivilcourage von aufmerksamen Tierschützerinnen ist es zu verdanken, dass die Behörde über einen schweren Fall von „Animal Hoarding“ in Kenntnis gesetzt wurde. Die Vierbeiner, allesamt Leonberger, fristeten unter unzumutbaren Bedingungen ihr Dasein. „Die Tiere mussten zum Teil im Freien hinter einem Baustellengitter vegetieren. Überall war Kot und sie lagen darin!“, schildert eine Tierschützerin. Sie hat die Behörde informiert. Diese bestätigte die groben Missstände. Lediglich alte Holzpaletten hatten die Vierbeiner als Liegefläche, mitten im Schlamm. Zehn von 13 Hunden befinden sich zum Aufpäppeln im St. Pöltner Tierheim.

Tierheim St. Pölten ist mit Hunden am Limit

„Wir sind am Limit. Wir haben jetzt 38 Hunde insgesamt und diese zehn Hunde haben einen hohen Betreuungsbedarf“, sagt Tierheimleiter Davor Stojanovic, denn sie litten unter schwersten Durchfällen. Ihr Fell war voller Exkremente. Ein Hund sei bei den Haltern, die sich als Züchter ausgeben, schon verstorben. Das Tierheim-Team kämpft um das Leben von zwei abgenommenen Hündinnen. Die anderen Tiere sind, so Stojanovic, „langsam auf dem Weg der Besserung.“

Nach Bekanntwerden des Falls gingen in sozialen Netzwerken die Wogen hoch. Der Groll richtete sich zum Teil gegen die Vermieterin, weil sie „tatenlos zugesehen habe.“ Das nahm diese zum Anlass, sich an die NÖN zu wenden, um aufzuklären: „Das Paar ist erst seit Mai bei uns in Miete. Wir kannten sie nicht. Ich habe darauf hingewiesen, dass die Hunde besser gehalten werden sollten. Da wurde ich nur vertröstet“, erzählt sie.

Da nichts geschah, hat sie selbst den Tierschutz informiert. Mittlerweile war sie mit deren letztem Vermieter in Kontakt. „Sie sollten delogiert werden. Das wussten wir nicht“, sagt sie. Sie bittet Tierfreunde davon abzusehen, sie jetzt zu beschimpfen. Die fragwürdige Hundezucht habe in keiner Weise etwas mit ihr zu tun. Außerdem hätten die Vermieter bereits einen neuerlichen Umzug angekündigt.