Bei minus 18 Grad am Rad. Manfred Gundacker und Günter Draxler fahren mit Rad und Bahn.

Von Marlene Groihofer. Erstellt am 10. Dezember 2019 (03:54)
Manfred Gundacker aus St. Margarethen pendelt seit zehn Jahren regelmäßig mit dem Rad in die Arbeit. Nur Wind und Wetter halten ihn manchmal davon ab – das ist allerdings selten der Fall.
privat

Für manche liegt der Arbeitsplatz vor der Haustür, andere müssen täglich eine längere Strecke in Kauf nehmen, um ihren Beruf ausüben zu können. Aktuelle Recherchen der Plattform „addendum“ geben Aufschluss über die Pendler-Aktivitäten in der Region.

Pendler aus Schwarzenbach haben laut „addendum“ mit einer Fahrtdauer von 41 Minuten den längsten Weg im Pielachtal zurückzulegen, Ober-Grafendorfer benötigen nur 24 Minuten Pendelzeit. Der Anteil der aktiv Erwerbstätigen, die ihre Gemeinde für ihren Arbeitsplatz nicht verlassen müssen, ist in Frankenfels am höchsten: „Eine Zahl, die ich nicht nachvollziehen kann“ so Bürgermeister Heinrich Putzenlechner, „zwar haben wir sehr wohl einige stärkere Betriebe im Ort, aber die meisten Arbeitnehmer pendeln aus.“ Die höchsten dokumentierten Pendler-Zahlen weist St. Margarethen an der Sierning auf: „Die Verbindung nach St. Pölten ist sehr gut. Viele Menschen sind extra zugezogen, da sie nur zwölf Minuten bis in die Stadt brauchen, aber am Land leben können“, sagt Ortschef Franz Trischler.

Einer der St. Margarethener Pendler ist Manfred Gundacker. Er ist in St. Pölten im Amt der NÖ Landesregierung beschäftigt – und bei Wind und Wetter am Rad anzutreffen: „Seit zehn Jahren fahre ich regelmäßig mit dem Rad in die Arbeit“, erzählt er. Angefangen damit hat er aus sportlichem Ehrgeiz und um Sport, Arbeit und Privatleben bestmöglich unter einen Hut zu bekommen. Früher fuhr er mit dem Bus, davor war er mit dem Auto und öffentlich nach Wien gependelt.

„Wenn ich heimkomme, ist der Kopf frei“

Nach St. Pölten und retour braucht er mit dem Fahrrad nun je eine Stunde – da er auf seiner Strecke sogar noch aus sportlicher Motivation einen Umweg einlegt: „Wenn ich in der Früh in die Arbeit komme, bin ich schon ganz frisch und auf Touren. Wenn ich heimkomme, habe ich den Kopf wieder frei“, erzählt der St. Margarethener, der in seiner Freizeit außerdem mit dem örtlichen Radclub seine Runden dreht. Nur wenn er etwas transportieren muss oder das Wetter gar nicht mitspielt, lässt Manfred Gundacker das Rad stehen: „Wenn sehr viel Neuschnee ist oder extremer Sturm, dann radle ich nicht. Einmal war ich bei minus 18 Grad unterwegs, das war meine kälteste Fahrt“. Durchaus begegne er auch anderen, die den Weg in die Arbeit sportlich absolvieren, erzählt Manfred Gundacker, der dann jedoch nicht verschwitzt in der Arbeit sitzen muss: „Wir haben eine Dusche vor Ort.“

Günter Draxler aus Rabenstein ist von Montag bis Freitag mit der Mariazellerbahn unterwegs. „Angenehm und pünktlich.“
Gerhard Hackner

Seit mittlerweile 35 Jahren pendelt auch Günter Draxler aus Rabenstein. Von Montag bis Freitag fährt er täglich nach Wien und retour – mit der Bahn. „Ich bin täglich vier Stunden auf der Fahrt. Teils nütze ich die Zeit, um zu entspannen, manchmal lerne oder arbeite ich“, erzählt der Angestellte im IT-Bereich. Der Zug sei bequemer, günstiger und weniger gefährlich, außerdem auch umweltfreundlicher. Immer mehr Menschen nützen das Angebot, mit dem Zug in die Arbeit zu fahren, weiß Draxler. „Die Züge werden immer voller, das sieht man deutlich“. Und: „Die Qualität der Mariazellerbahn ist durch die NÖVOG um 100 Prozent gestiegen. Das Personal ist freundlich, die Züge sind pünktlich und es ist mit den neuen Wägen sehr angenehm.“

Dieser Pendler-Report wurde mit Daten der Rechercheplattform „addendum“ der Quo Vadis Veritas Redaktions GmbH. erstellt.

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