Christoph Riederer im Einsatz gegen den Plastikmüll. Pielachtaler Christoph Riederer befreit mit „Blue Globe“ seit einem Jahr international Natur von Abfall.

Von Marie Eder. Erstellt am 05. Februar 2020 (03:13)
Christoph Riederer hat ‚Blue Globe‘ (blue-globe.at) gegründet und ist international tätig.
privat

Vor einem Jahr gründete Christoph Riederer aus Hofstetten-Grünau „Blue Globe“ – eine Organisation, die sich weltweit für die Erhaltung der Meere einsetzt und aktiv gegen Umweltverschmutzung kämpft. Die NÖN traf ihn zum Gespräch über eine erste Bilanz und Zukunftspläne.

NÖN: Erzählen Sie bitte kurz, was „Blue Globe“ genau macht.
Christoph Riederer: Blue Globe hat sich zum Ziel genommen, Strände, Meere und Wälder – die Natur – von Plastikmüll zu befreien. Wir haben Teams in Griechenland, Deutschland, Italien Kroatien und in Österreich, sind vereinzelt auch schon in Amerika und Afrika tätig.

Was wird gesammelt?
Plastiksackerl, Strohhalme, Plastikbecher, Zigarettenstummel, aber auch Reifen, Elektrogeräte oder Dosen. Zu den Reinigungsaufgaben zählt nicht nur das Sammeln von Müll auf Stränden, sondern auch das Herausfischen von Gegenständen durch Tauchgänge. Gesammelt wird der Abfall in Müllsäcken und dann fachgerecht entsorgt.

Gerade vergrößern Sie das Team mithilfe der St. Pöltner Tauchschule „Scubanautic“?
Ziel ist, dass wir gemeinsam Interessierte zu Tauchern ausbilden und so die Möglichkeit bieten, ein einzigartiges Hobby mit Umweltschutz zu kombinieren, indem wir mehrere Teams bilden, um gemeinsam auch in österreichischen Gewässern nach Müll zu tauchen. Die Basic-Ausbildung dauert ungefähr eine Woche und kostet zwischen 350 und 400 Euro.

Wie fällt Ihre Bilanz seit der Gründung von „Blue Globe“ vor einem Jahr aus?
Unsere Ziele haben wir bis jetzt um ein Vielfaches übertroffen und wenn man bedenkt, dass es uns erst ein Jahr lang gibt, konnten wir zahlreiche Erfolge verzeichnen. Leider sind die Cleanup-Kampagnen nicht das Einzige, was zu unserer Arbeit gehört. Es fällt auch sehr viel Büroarbeit, Organisation, Marketing und Ähnliches an. Das ist ein enormer Zeit- und Kostenaufwand, den Außenstehende meist nicht sehen.

Wie finanziert sich „Blue Globe“?
Man kann bei uns Sach- und Geldspenden hinterlassen oder an Kampagnen teilnehmen. Aber hauptsächlich finanzieren wir uns über Armbänder, die wir aus recyceltem Müll herstellen und die gegen Spenden erhältlich sind.

Was sind die Pläne für die Zukunft?
Wir möchten auf jeden Fall weiter expandieren und Kontakte knüpfen, verstärkt in österreichischen Gewässern tätig sein, das Marketing ausbauen und, wie gesagt, Taucher ausbilden. Ich sehe ‚Blue Globe‘ als mein Baby, das ich großziehe.