Die „verhasste“ Nacht: Jährlicher Silvester-Stress für Tiere

Böller, Raketen, Feuerwerk: Das, was viele Menschen erfreut, bedeutet für Haus-, Nutz- wie Wildtiere oft größten Stress.

Erstellt am 29. Dezember 2021 | 05:57
Lesezeit: 2 Min
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Von Knallern verschont bleiben die Lamas und Alpakas von Sonja Lorenz (links). Die Tiere verbringen die Silvesternacht in ihren Ställen und fühlen sich dadurch sicher. 
Foto: „Dirndltal Alpaka“

Die Silvesternacht: Von den einen freudig erwartet, von vielen Tierhaltern verhasst. Der knallende Silvester bedeutet Stress für Haus- und Wildtiere.

Das bestätigt Tierarzt Wolfgang Schiessl aus Rabenstein. Er empfiehlt, Hunden und Katzen eine ruhige Komfortzone zu schaffen und in der Zeit der meisten Böllerei nicht gerade hinauszugehen. „Manche Hundehalter greifen auf CBD-Tropen zurück. Es gibt angstlösende Mittel, die helfen können“, weiß er.

Böllerberuhigte Zone im Rabensteiner Steinschalerhof

Jede Verabreichung, ob pflanzlich oder medikamentös, sollte aber immer in Absprache mit dem Veterinär erfolgen. Besonders unter der Knallerei leiden Fluchttiere wie Pferde oder Schafe. Diese sollten in dieser Zeit im Stall verwahrt werden.

Tierärztin Petra Hiesberger-Zauner , die auch den Reitstall Hiesberger in Markersdorf-Haindorf betreibt, dreht ab 22 Uhr im Stall zu Silvester das Licht auf, „damit das Blitzen der Feuerwerke, die Pferde nicht so erschreckt“.

Bei besonders sensiblen Tieren empfiehlt sie Futterergänzer auf pflanzlicher Basis, die man schon ein paar Tage zuvor zu verabreichen beginnt. Gastronom Johann Weiß bietet den Hundehaltern unter seinen Nächtigungsgästen im Steinschalerhof und -dörfl eine böllerberuhigte Zone.

Günter Grubner , Hegeringleiter für das mittlere Pielachtal, stellt fest: „Wir merken, dass die Tiere in dieser Nacht nicht zur Wildfütterung kommen.“

Am Gut Friedstein in Schwerbach kommen zu Silvester alle Tiere in den Stall. „Bis jetzt ist jedes Jahr alles gut gegangen, die Tiere fühlen sich sicher im Stall. In der Umgebung wird zum Glück nicht geschossen“, berichtet Brigitte Obermaier vom Gnadenhof.

Auch die Dirndltal Alpakas und Lamas in Hofstetten werden von den Knallern verschont: „Unser Hof ist sehr abgelegen, die Tiere bekommen in den Ställen kaum etwas mit“, freut sich Sonja Lorenz .

Der Tierschutzverein St. Pölten lädt zur Aktion „Futter statt Böller“. Statt das Geld in Feuerwerk zu investieren, kann man es den Heimtieren spenden.

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