Friedrich Anzenberger: Musik-Forscher seit 40 Jahren. Musikschule Pielachtal-Leiter Friedrich Anzenberger arbeitet in seiner Freizeit akribisch Quellen zur Blasmusik auf. Er hat sogar die Schaffung eines Dokumentationszentrums initiiert.

Von Anna Maria Backnecht. Erstellt am 31. Dezember 2020 (03:42)
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Musikschulleiter und Blasmusikforscher Friedrich Anzenberger beim Recherchieren.
Anzenberger

Die Leidenschaft zur Musik machte Friedrich Anzenberger zu seiner Berufung. Abgesehen von der Leitung der Musikschule Pielachtal beschäftigt sich der Musikpädagoge seit über 40 Jahren mit Blasmusikforschung.

Angefangen hat alles mit den ersten Forschungsarbeiten im Jahr 1980. „Nach meinem Studium der Musikwissenschaften bat mich der Landesobmann des NÖ Blasmusikverbandes, den historischen Teil der Festschrift des Jubiläumsfestes des Verbandes zu übernehmen. Seit 1991 bin ich daher Vorstandsmitglied und forsche aktiv“, berichtet Anzenberger. Zu Beginn basierten die Arbeiten ausschließlich auf niederösterreichischer Ebene. Mittlerweile analysiert der Musikbegeisterte die Blasmusik im gesamten Bundesgebiet, forscht über den österreichischen Blasmusikverband und auch über die Militärmusik in Österreich-Ungarn.

Lange Zeit seien die Recherchearbeiten schwierig gewesen. Die Unterlagen des Blasmusikverbandes wurden nicht systematisch gesammelt. „Ich habe daher die Schaffung eines Dokumentationszentrums initiiert, wo alle Dokumente archiviert werden. Dieses Material ist die wichtigste Grundlage für die Forschungsarbeit“, erzählt der Musikschulleiter. Weitere Informationen, die zur Erforschung nötig seien, bieten Protokolle aus gesammeltem Archivmaterial, Aussendungen, die Blasmusikzeitung sowie Gespräche mit ehemaligen Funktionären. „Meine Forschungsergebnisse werden anschließend in Fachzeitschriften, als Berichte bei internationalen Symposien und in Buchform publiziert. Auch online ist einiges ersichtlich“, freut sich Anzenberger.

Die Blasmusik habe sich in den letzen Jahrzehnten positiv weiterentwickelt. Die Kapellen seien größer und viel besser geworden. Der Anteil an Frauen steigt und immer mehr junge Leute werden Kapellenmitglieder.