Erstellt am 17. Januar 2017, 06:04

von Nadja Straubinger

Geflügelpest: Partyzelt statt Vogelgrippe. Stallpflicht lässt Tierhalter kreativ werden. In Pummersdorf hält die Familie Zichtl die Hühner in einem Kunststoffzelt, in Weinburg die Familie Leputsch im Wintergarten.

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Seit 10. Jänner gilt die Stallpflicht für Geflügel. Betroffen davon sind neben Hühnerbetrieben auch die vielen Privaten, die etwa Hühner zum Eigenbedarf halten. Es ist dies eine Schutzmaßnahme, dass sich die Vogelgrippe nicht weiter ausbreitet.

Verordnung für drei Monate

„Im Winter ist die Stallpflicht nicht so schlimm, da gehen die Hühner nicht gerne raus“, sagt Landwirtschaftskammer-Obmann Anton Hieger. Schon vor einigen Jahren sei man schon einmal in Kontakt mit der Vogelgrippe gekommen, damals habe es Probleme mit den Kleinbetrieben gegeben. „Man kann nur hoffen, dass dieses Mal alle die Sache Ernst nehmen“, so Hieger.

Die Verordnung gilt vorerst drei Monate. „Wir hoffen, dass die Gefahr dann vorüber ist. Auf jeden Fall sind diese Sicherheitsvorkehrungen wichtig“, sagt Oliver Bernhauser von der Landwirtschaftskammer.

Partyzelt wurde umfunktioniert

Aus der Not heraus entwickelte Bianca Staudinger am Hof ihres Lebensgefährten Nicolaus Zichtl in Pummersdorf eine Idee für ihre 37 Hühner. Diese sind immer draußen, für sie wurde sogar ein Baum zum Schlafen aufgestellt. Nur zum Eierlegen haben sie zwei kleine Ställe. „Als die Verordnung rausgekommen ist, hab ich mir nur gedacht: „Die armen Hühner.“ Dann ist uns die Idee mit dem Partyzelt gekommen“, so Staudinger. Das Kunststoffzelt hat sie zusätzlich mit Gitterzaun auch seitlich abgeschlossen. Sie hofft, dass die Stallpflicht bald aufgehoben wird, weil die Tiere das Leben auf engem Raum nicht gewöhnt sind. Das Praktische am Zelt ist, dass es immer verstellt werden kann, damit die Hühner genügend Platz zum Scharren haben.

Mobil ist auch der Hühnerstall von Gerhard Gatterer aus Ober-Grafendorf. „Jetzt bleibt halt die Klappe zu. Dieser Hühnerstall ist darauf ausgelegt, dass die Tiere auch drinnen bleiben können“, so Gatterer. Er achtet nur darauf, dass sie im Scharrraum genügend Hackschnitzel haben, damit der Stress reduziert wird. „Eine grüne Wiese können wir ihnen derzeit nicht bieten, aber wir freuen uns, wenn sie wieder rauskönnen“, sagt der Ober-Grafendorfer.

Hühner im Wintergarten

1.050 Hühner sind am Hühnerhof der Familie Leputsch in Weinburg betroffen. „Wir haben sie jetzt im Wintergarten“, schmunzelt Brigitte Leputsch. Der Wintergarten ist überdacht und mit einem Windschutznetz seitlich verschlossen. „Dort haben sie trotzdem frische Luft, nur ganz raus dürfen sie nicht“, so Leputsch.