Heimische Quellen sprudeln. Hohe Wasserqualität und meist noch ausreichend kühles Nass trotz Klimawandel besteht im Pielachtal.

Von Gila Wohlmann und Gerhard Hackner. Erstellt am 17. Juni 2020 (04:01)
Wassermeister Anton Winter und sein Stellvertreter René Aigelsreiter (v. l.) weisen auf die hohe Trinkwassergüte in Frankenfels hin.
Marktgemeinde Frankenfels

Fast frühsommerlich anmutende Temperaturen zu Jahresbeginn, gefolgt von Trockenheit. Heftige anhaltende Regenfälle und eher frische Temperaturen indes in den vergangenen Wochen. Der Klimawandel ist auch im Pielachtal eine zunehmende Herausforderung für Gemeinden und Landwirtschaft. Umso essenzieller ist ein einwandfrei funktionierendes Wasserversorgungsnetz. Die NÖN hat sich ein Bild gemacht, woher heimische Gemeinden ihr wichtigstes Gut beziehen.

Kirchbergs Wassermeister Markus Gonaus kontrolliert den Hochbehälter am Schlosskogl.
Hackner

Wenn man sich in den Gemeinden umhört, ist die öffentliche Wasserversorgung gesichert. Die meisten Orte beziehen ihr Wasser über Quellen im Gemeindegebiet, so auch Frankenfels. „Als Hauptlieferant dient die Quelle im Fischbachgraben“, berichtet Bürgermeister Heinrich Putzenlechner. Auch im Ortsteil Weissenburg betreuen die Wassermeister eine Wasserversorgungsanlage der Marktgemeinde Frankenfels. Die Wasserqualitat sei sehr gut, wie es auch die regelmäßigen Wasserproben, die in einem Labor untersucht werden, zeigen. Der Klimawandel sei aber spürbar, Wasser aus der Quelle musste bereits in Trockenperioden für die Nutztierhaltung zur Verfügung gestellt werden. Frankenfels sorgt aber weiter für Mensch und Tier vor: Ein Hochbehälter oberhalb der Siedlung im Pfarrwald wird errichtet. Anfang Juli ist der Baubeginn anvisiert.

In Kirchberg fungieren als Wasserspender zwei unabhängig voneinander betriebene Brunnenanlagen im Freizeitzentrum von Kirchberg. Zusätzlich gibt es in der Gemeinde zwei Hochbehälter mit einem Gesamtfassungsvermögen von 1.200 Kubikmeter Wasser. Jener am Kirchenberg speichert 200 Kubikmeter und der zweite am Schlosskogl 1.000 Kubikmeter kühles Nass. Damit steht eine Wasserreserve für rund zwei Tage zur Verfügung. Der Durchschnittsverbrauch aus der öffentlichen Wasserversorgungsanlage beträgt in der Gemeinde rund 600 Kubikmeter Wasser pro Tag.

„Unsere Wasserversorgung ist grundsätzlich gesichert. Wir mussten aber feststellen, dass der Wasserspiegel in den beiden Brunnen in den letzten Jahren gesunken ist. Nach derzeitigem Stand sind aber keine Notmaßnahmen erforderlich“, stellt Bürgermeister Franz Singer fest.

Niedriges Grundwasser in Ober-Grafendorf

„Die Regenfälle in der letzten Zeit waren nicht nur für die Landwirtschaft ein Segen, sondern haben auch zu einer leichten Verbesserung des Grundwasserspiegels beigetragen“, ergänzt Wassermeister Markus Gonaus. Das Auffinden von Rohrbrüchen in alten Leitungssträngen stellt eine wichtige Aufgabe der Gemeinde dar. „Durch Rohrbrüche geht leider eine gewisse Menge an Trinkwasser verloren. Wir bemühen uns daher sehr, dass wir mit unseren Suchgeräten die alten Leitungsstränge regelmäßig kontrollieren und schadhafte Stellen sofort reparieren“, so Markus Gonaus. „Mit der Wasserqualität dürfen die Kirchberger aber sehr zufrieden sein“, ist er überzeugt. Rabenstein speist sich ebenso über Quellen und sichert seine Wasserversorgung über die Hochbehälter in Königsbach, Tradigist und den „Hösl“-Behälter oberhalb der Pfeffersiedlung. „Auch wir haben eine sehr hohe Trinkwasserqualität und bislang keinen gröberen Wassermangel. Natürlich merken wir den Klimawandel“, stellt Bürgermeister Kurt Wittmann dazu fest.

Die Gemeinde Ober-Grafendorf speist sich zu einem Drittel über die EVN Wasser, landwirtschaftliche Betriebe, die nicht direkt an das Ortsleitungsnetz angeschlossen sind, verfügen über Brunnen. Hochbehälter in Rennersdorf, Gattmannsdorf und Baumgarten sichern die Wasserversorgung im Falle eines Stromausfalls. Moderne UV-Anlagen garantieren einwandfreies Trinkwasser. Als Problem ortet Bürgermeister Rainer Handlfinger aber den durch den Klimawandel und die Trockenheit Anfang des Jahres permanent niedrigen Grundwasserspiegel. Trotz des starken Regens der letzten Tage hat sich dieser kaum verbessert. „Dies ist ein Thema, dem wir uns widmen müssen, vor allem, wie wir die landwirtschaftliche Produktion künftig bei anhaltenden Trockenperioden bewältigen können“, gibt er zu bedenken.

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