Pielachtal: Mitarbeiterin räumte Banktresor aus. 22-jährige Mitarbeiterin entwendete über Monate insgesamt 50.000 Euro aus dem Tresor ihrer Bank. Mit dem Geld kaufte sie sich teure Autos. Bewährungsstrafe.

Von Verena Huber. Erstellt am 31. August 2021 (11:59)
Tresor Symbolbild
shutterstock.com/jamlong tunkaew

Als Bankangestellte stand die 22-Jährige bei ihrem ehemaligen Dienstgeber, einer Bank im Pielachtal, am Schalter. In unmittelbarer Nähe zu ihr befand sich ein Tresor. Routinemäßig öffnete sie diesen jeden Morgen und nach der Arbeit verschloss sie ihn wieder. Sie war die Einzige, die Zugang zu diesem Tresor hatte.

Dieser Verlockung konnte die St. Pöltnerin eines Tages nicht mehr widerstehen. Im Mai 2020 entnahm sie 35.000 Euro. Weitere 16.000 kamen der Bank über die Monate verteilt bis zum Jänner 2021 abhanden. Über 50.000 Euro stahl die Frau insgesamt. Aufgefallen war der Diebstahl, trotz Überwachungstechnologie in der Bank, lange Zeit nicht. Denn die fehlende Summe versuchte die Bankangestellte mit dem Geld ihres Großvaters zu begleichen. Sie entnahm es ohne sein Wissen von seinem Konto und legte es in den Tresor.

Was die Angeklagte mit dem Geld gemacht hat? „Ich habe mir zwei neue Autos darum gekauft,“ erzählt diese vor Gericht. Doch als ihre Schwester das fehlende Geld bemerkte, sprach sie die Angeklagte darauf an. Es folgte die Ernüchterung und die Einsicht kam. Die 22-Jährige zeigte sich selbst bei der Polizei an. Auch vor Gericht übernimmt sie ohne zu zögern die Verantwortung für ihr Handeln.

Tatmotiv unklar

Die Frage nach dem Warum stellt sie sich nach wie vor. „Ich weiß selbst nicht. wie ich das machen konnte,“ sagt die Angeklagte zum Schöffengericht. Sie will ihr Handeln in einer Therapie aufarbeiten. Sie kann sich vorstellen, es gemacht zu haben um ihren Freundeskreis mit den Luxusgütern, die sie sich um das gestohlene Geld gekauft hatte, zu beeindrucken.

Das Urteil lautet zehn Monate bedingte Freiheitsstrafe mit einer dreijährigen Probezeit. Denn die Frau hat keine Vorstrafen. Erschwerend war, dass sie nicht einfach irgendjemanden bestahl, sondern eine Bank und das nicht aus Not, sondern um sich zu bereichern. Außerdem muss die 22-Jährige die psychotherapeutische Behandlung, in der sie sich momentan befindet, fortsetzen. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Schadenssumme bei der Bank hat sie inzwischen mit Hilfe ihrer Eltern beglichen. Die beiden Autos hat sie nicht mehr.