Nahversorgung hat Zukunft: „Wissen, was der Kunde will“. Die Pielachtaler Geschäftsbetreiber bieten ihren Kunden spezielles Service und regionale Produkte.

Von Marlene Groihofer. Erstellt am 26. November 2019 (04:01)
Eingespieltes Team. Elfriede Pfeiffer, Hannelore List und Michaela Streimelweger sind im Einkaufsmarkt Loich für die Kunden da.
Groihofer

Sie sind erste Anlaufstelle für die Dinge des täglichen Bedarfs: die Nahversorger der Region. Doch die Anforderungen an die Branche wachsen. Und den mobilen Kunden gilt es immer wieder aufs Neue zu binden: Die NÖN hat sich bei Nahversorgern im Pielachtal umgehört, was sie tun, damit ihr Geschäft funktioniert:

Ruhig präsentiert sich das Loicher Ortszentrum am Freitagvormittag – im Einkaufsmarkt neben dem Gemeindeamt aber herrscht reges Treiben. Käswurstsemmeln für die Bauarbeiter werden hergerichtet, Post wird aufgegeben und die Kaffeeecke ist gut gefüllt. „Ich kaufe viel und gern hier im Ort“, sagt Stammkundin Silvia Burmetler, „natürlich fährt man auch weg, aber das Geschäft hier ist wichtig: für Einheimische ebenso wie Urlaubsgäste oder Pensionisten, die nicht wegfahren können.“ Auch Josef Mühlbacher macht seine Besorgungen gerne hier: „Ich schätze das regionale Angebot und das freundliche Personal.“

„Gut geschulte und freundliche Mitarbeiter sind wichtig, um die Kundenzufriedenheit auf einem hohen Niveau zu halten.“ Christoph Fink-Sveiger, Supermarkt-Betreiber

Als vor einigen Jahren die Schließung des Nahversorgers drohte, wurde das Geschäft 2015 von der Gemeinde übernommen. Beliefert wird der Supermarkt seither von Nah & Frisch. Zusätzlich zum Lebensmittelangebot ist der Markt auch Post-Partner und bietet Platz für einen Kaffeeplausch: „Ich freue mich, dass die Bevölkerung das Angebot annimmt und das Geschäft auch als Treffpunkt nutzt“, sagt Bürgermeister Anton Grubner. Auch ein Bankomat gehört zum Betrieb. „Sehr wichtig“, findet Kunde Josef Mühlbacher, „somit muss man nicht extra nach Kirchberg fahren, um Geld abzuheben.“ Einkaufsmarkt-Leiterin Michaela Streimelweger sieht das Geschäft im Dorf als „zentralen Mittelpunkt“.

Ihre Kunden schätzen das Persönliche sehr, so Michaela Streimelweger: „Wir sind ein eingespieltes Team und wir wissen bei vielen Kunden schon genau, was sie brauchen, wenn sie kommen. Wir versuchen, die Wünsche bestmöglich zu erfüllen.“ Für ältere Ortsbewohner, die nicht mehr mobil sind, gibt es etwa eine Hauszustellung. Besonders gut angenommen werde das regionale Angebot: „Wir haben ein regionales Eck mit Produkten aus der Umgebung eröffnet. Fleisch, Joghurt, Eier, Bauernbrot – alles kommt aus der Gegend.“ Das werde immer mehr geschätzt. Außerdem seien die Öffnungszeiten mittags bis 13 Uhr verlängert worden: Damit Eltern nach Schulschluss noch schnell Besorgungen machen können.

Christoph Fink-Sveiger ist Geschäftsmann in der fünften Generation: In Kirchberg betreibt er ein kleines Einkaufszentrum mit Spar-Markt. Zwei weitere Spar-Supermärkte führt er in Hofstetten und Rabenstein und beschäftigt in Summe 70 Mitarbeiter. „Gut geschulte und freundliche Mitarbeiter sind sehr wichtig für die Kundenzufriedenheit“, so Christoph Fink-Sveiger: „Denn nur zufriedene Kunden kommen wieder.“ Ebenso sei gute Organisation sehr wichtig – in punkto Administration, Technik und den Warenfluss vom Lieferanten bis zum Kunden.

Auch Christoph Fink-Sveiger setzt in seinen Geschäften auf Zusatzangebote: Lotto-Toto, Tabak-Trafik, Geschenksartikel, Werkzeuge, Haushalts- und Gartengeräte sind in seinen Märkten etwa zu finden. „Außerdem haben wir ein riesiges Blumenprogramm auf 150 Quadratmetern aufgenommen.“ Auch auf heimische Produkte und große Feierlichkeiten setzt der Geschäftsmann: „Zum normalen Aktionsprogramm unseres Partners Spar haben wir über das Jahr verteilt saisonale Schwerpunkte mit regionalen Produkten. Wir beliefern auch Großveranstaltungen wie etwa Pfingstfest oder Feuerwehrfeste.“

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