Radboom hält an: „Nachfrage ist massiv gestiegen“. Händler und Vereine merken großes Interesse. Radlwege der Region neu markiert und mit Ausbaumöglichkeiten.

Von Nadja Straubinger, Anna Maria Backnecht und Lukas Kalteis. Erstellt am 07. April 2021 (04:00)
Gerhard Trimmel, Obmann des Radclubs Pielachtal, freut sich schon auf gemeinsame Ausfahrten, wie diese im Vorjahr auf der Glockner Hochalpenstraße.
RC Pielachtal

Aktivitäten in der Natur sind durch die Corona-Pandemie beliebter als je zuvor. Auch das Radfahren erfährt einen Boom. Das merken sowohl Radhändler als auch Vereine in der Region.
Die Firma Kindig bietet ihren Kunden nicht nur Fahrzeuge auf vier Rädern, sondern auch auf zwei Rädern. „Die Nachfrage ist im letzten Jahr, seit der Pandemie, massiv gestiegen. Wir als Anbieter kommen mit unseren Lieferungen nicht nach“, berichtet Tanja Kurz von der Kindig KG in Kirchberg. Im Moment seien E-Bikes genauso gefragt wie die altbekannten Drahtesel. Wichtig sei zu wissen, wofür man sein Rad in Zukunft nutzen möchte. „Es macht einen großen Unterschied, ob Stadteinkäufe damit erledigt werden oder man mit seinem neuen Fahrrad Mountainbike-Touren plant. Auch ein zu großes Rad, macht langfristig nicht glücklich“, stellt die Fachfrau fest.

Der Boom in allen Bereichen rund ums Rad ist bei der Radschreinerei Pyhra groß. Besonders E-Mountainbikes sind heuer der Renner. „Mittlerweile machen E-Räder circa 40% der Verkäufe aus, das liegt aber auch am jeweiligen Sortiment der Radhändler“, betont Rene Schneider. Zu Ostern werden übers Jahr gesehen mit Abstand die meisten Räder verkauft. „Besonders Kinderräder, die gerne zu Ostern verschenkt werden, sind nahezu ausverkauft“, bedauert Schneider. Nach der Winterpause ist es wichtig, dass das Rad wieder auf Vordermann gebracht wird. Das Aufpumpen der Räder, das Ölen der Kette, eine Kontrolle der Bremsen und das Nachziehen aller Schrauben, sofern man das passende Werkzeug zu Hause hat, ist notwendig.

Vereine haben trotz Corona Anfragen

Auch wenn derzeit keine gemeinsamen Ausfahrten möglich sind, ist das Interesse an Radclubs ungebrochen. Einzel- und Familienausfahrten werden aber bereits fleißig unternommen. Manfred Gundacker, Schriftführer des URC St. Margarethen, betont: „Unsere Mitglieder sind treu, wir haben heuer bereits einige Neuanmeldungen, da der Radlboom auch durch Corona nicht gebremst wurde, eher im Gegenteil!“ Trotz der gegenwärtigen Situation plant der Verein die traditionellen Veranstaltungen wie die Radwallfahrt nach Mariazell oder die Stelzenfahrt, und hofft diese auch durchführen zu können. Das Kilometer-Radln mit der Gemeinde Hürm läuft bereits seit Ende März. „Auch an der Aktion „NÖ radelt“ beteiligen wir uns wieder, wir müssen ja unseren Titel als Landes- und Bundessieger 2020 verteidigen“, sagt Gundacker.

„Unsere Mitglieder sind treu, wir haben heuer bereits einige Neuanmeldungen, da der Radlboom auch durch Corona nicht gebremst wurde, eher im Gegenteil!“ Manfred Gundacker,
URC St. Margarethen

Der URC St. Margarethen hält genauso wie der Radclub Pielachtal Kontakt mit den Mitgliedern über Newsletter, WhatsApp-Gruppen und die Homepage. Gerhard Trimmel, Obmann des Radclubs Pielachtal, hofft, bald wieder gemeinsame Ausfahrten unternehmen zu können. „Wenn Gastro- und Beherbergungsbetriebe wieder aufsperren dürfen, können wir auch wieder Mehrtagestouren machen“, so Trimmel. Auch eine viertägige Rennradreise in die Ost- oder Südsteiermark soll dann geplant werden. Die Nachfrage sei groß, denn trotz der Pandemie haben sich drei Interessenten gemeldet, die auch dabei sein wollen. „Wir sind derzeit 98 Radfahrer und kratzen an der 100er Grenze.“ Sobald Radausfahrten in Gruppen möglich sind, werden die Mitglieder über Tourenprogramm informiert. Das betreffe auch die regelmäßigen Samstags- und Sonntagstouren.

Pielachtalradweg ist neu beschildert

Möglichkeiten für Radtouren gibt es im Pielachtal einige. Erst im Herbst des Vorjahres wurden die Mountainbike-Routen in Frankenfels, Loich, Kirchberg, Rabenstein und Hofstetten-Grünau neu markiert. Auch der Pielachtalradweg, der auf 57 Kilometern von Melk durch das Pielachtal führt, hat neue Schilder bekommen. „Der Radboom hält weiterhin an und hat durch die E-Bikes einen zusätzlichen Schub bekommen“, weiß Tourismusobmann Gerhard Hackner. Eine Verbindung zum ebenfalls beliebten Traisentalradweg gibt es über Gattmannsdorf und St. Georgen. Zukunftsmusik hingegen ist noch die Verbindung des Alpenbahnhofs mit Ober-Grafendorf. „Hier soll eine Verbindung mit der Mariazellerbahn geschaffen werden“, hebt der Tourismusobmann hervor.

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