Sechs Millionen werden in Mariazellerbahn investiert. Trotz 32 Prozent weniger Fahrgäste im Vorjahr blickt Dienststellenleiter Anton Hackner positiv in die Zukunft. Ski-Kombi-Tickets sollen jetzt Wintersaison ankurbeln.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 07. Januar 2021 (04:43)
Die Mariazellerbahnstrecke wird weiter modernisiert. Die Himmelstreppe (Bild) soll als öffentliches Verkehrsmittel forciert werden, der Ötscherbär indes mehr Tagesgäste in die Ausflugsgebiete entlang der Strecke zwischen St. Pölten und Mariazell anlocken.
Niederösterreich Bahnen/Weinfranz

Anton Hackner hofft auf mehr Fahrgäste in diesem Jahr.
NB

Das Corona-Jahr 2020 war auch für die NÖ Bahnen, dem Betreiber der Mariazellerbahn, ein herausforderndes Jahr. 400.000 Fahrgäste nutzten die Bahnstrecke zwischen St. Pölten und Mariazell. „Das ist ein Rückgang von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, rechnet Dienststellenleiter Anton Hackner vor.

Der Ausfall an Kunden zeigt sich bei den touristischen Angeboten der Mariazellerbahn. Hackner erklärt: „Es ist schade, dass wir unseren Kunden nicht den gewohnten Umfang an touristischen Angeboten bieten konnten. Die Sicherheit der Fahrgäste und Mitarbeiter hat immer oberste Priorität.“ Die Disziplin der meisten Fahrgäste bezüglich Sicherheits- und Hygienemaßnahmen sei jedoch erfreulich gewesen, nur hin und wieder habe der Schaffner Eingreifen müssen.

Die Mariazellerbahn fuhr durch trotz Lockdown. „Wir haben es geschafft, Modernisierungsmaßnahmen im Umfang von rund sechs Millionen Euro umzusetzen“, führt Hackner aus. Im Frühjahr wurde eine der größten und anspruchsvollsten Baustellen auf der Mariazellerbahn abgewickelt: die Gleisneulage auf einem 1,8 Kilometer langen Abschnitt zwischen Gösing und Annaberg-Reith. Hinzu kamen Arbeiten an der Oberleitung, die Modernisierung des Bahnhofs Weinburg, Arbeiten bei Eisenbahnkreuzungen, ein Weichentausch in St. Pölten Hauptbahnhof und weitere Instandhaltungsmaßnahmen. „Bei der Projektabwicklung zeigte sich wieder. Nur als Team sind wir stark!“, meint der Dienststellenleiter. 2021 wird weiter modernisiert, die Maßnahmen werden aber erst bekannt gegeben.

Autofrei in den Winterspaß

Der Erlebniszug „Ötscherbär“ wird von Mai bis Oktober sowie im Advent unterwegs sein und kann zum gleichen Tarif wie die Himmelstreppe genutzt werden. Immer mit dabei beim „Ötscherbär“ ist der Spielewaggon und in den Sommermonaten wird zusätzlich der Aussichtswagen angehängt. Neu ist das Ski-Kombiticket „Autofreier Winterspaß“. Dieses beinhaltet: Tagesskipass für Gemeindealpe Mitterbach, Annaberger Lifte und Mariazeller Bürgeralpe, Hin- und Retourfahrt mit der Himmelstreppe, Sitzplatzreservierung, Transport der Ausrüstung, Fahrt mit dem LUP-Bus in St. Pölten sowie ein Ski-Shuttle.

Die im Vorjahr besiegelte, zukunftsgerichtete Kooperation zwischen Rhätischer Bahn und Mariazellerbahn ist ein Meilenstein. „Beide sind in ihrer Ausrichtung sehr ähnlich, wodurch sich in den Bereichen Marketing und Vertrieb tolle neue Möglichkeiten ergeben“, ist Hackner überzeugt. Die virtuelle Tour mit der Himmelstreppe wird international sehr gut angenommen. Das bringe neue Gäste. „Das Jahr 2020 kann nicht aufgeholt werden. Wichtig ist, dass sich die Situation wieder bald entspannt und wir unseren Fahrgästen wieder uneingeschränkt einzigartige Erlebnisse bieten können“, resümiert er.