Sommerhalbzeit 2020: Badespaß ist nicht getrübt. Ansturm auf das Kirchberger Freibad. Mit Nachtbaden wird versucht, Umsätze in Buffets zu steigern.

Von Gila Wohlmann, Nadja Straubinger und Gerhard Hackner. Erstellt am 05. August 2020 (04:04)

Corona-Pandemie und instabiles Wetter: Es ist ein herausforderndes Jahr für Badbetreiber und Gastronomen in Freibädern und an Badeseen. Die NÖN hat sich im Pielachtal umgehört, wie groß die Lust am Plantschen trotz Corona-Auflagen ist und welche Auswirkungen Covid-19 auf die wirtschaftliche Lage von Bädern und Badeseen hat.

Am Ebersdorfer See tummeln sich bei schönen Wetter viele Badefreudige. „Bisher hatten wir noch keine Probleme, überbelegt waren die Liegewiesen am See bisher nicht“, betont Ober-Grafendorfs Vizebürgermeisterin Andrea Kotmiller. Wie sich allerdings eine längere Hitzeperiode auf den Besucheransturm auswirken werden, sei aber nicht absehbar. „Man muss sich ansehen, wie sich die Lage entwickelt“, so Kotmiller.

„Viele Badegäste rufen vorher an, ob sie in das Bad können“

Zugangsbeschränkungen am See gibt es nicht. Anders ist das bei den Freibädern der Region. In den Vorjahren besuchten oft über 1.000 Badegäste am Tag das Erlebnisfreibad Kirchberg. Wegen der Corona-Pandemie musste die Gemeinde eine Beschränkung auf 600 Besucher erlassen. In der Vorwoche gab es erstmals einen Tag, wo dieser Höchststand erreicht wurde und neue Gäste auf den Badeeintritt warten mussten, bis jemand das Bad verlassen hat. „Viele Badegäste rufen vorher an, ob sie in das Bad können“, erzählt Kassierin Renate Gamsjäger. Das Bad sei beliebt, über 70 Prozent der Gäste sind nicht aus Kirchberg, auch aus Wiener Neustadt gab es eine Anfrage. „Wir sagten dem Interessenten am Telefon, dass in zwei Stunden schon viel los sein wird und wir ihm keinen Eintritt garantieren können. Als er dann kam, war tatsächlich die Obergrenze erreicht und er musste eine Viertelstunde warten“, berichtet Gamsjäger.

Täglich gibt es vier Mal Durchsagen, die zur Einhaltung der Abstandsregeln aufrufen. „Manche Gäste sind sehr diszipliniert, andere weniger“, stellt Gamsjäger fest. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird vom Badepersonal persönlich darauf hingewiesen. Gerlinde Grassmann vom Badebuffet berichtet, dass nach der Öffnung der Badeanlage der Besuch „eher sehr schleppend war“. Mit den schönen Tagen hofft sie, dass beim Umsatz einiges aufgeholt werden kann.

„Im Schwimmbecken ist das Abstandhalten schwierig“

Im Frankenfelser Freibad werden bisher etwas weniger Gäste als im Vorjahr verzeichnet. „Das ist bei den Saisonkarten gut erkennbar“, stellt Bürgermeister Heinrich Putzenlechner fest. Bei Hitze ist der Besuch gut. Die Gäste kommen maximal in kleinen Gruppen, der Bademeister weist dann auf die Abstandsregeln hin. „Im Schwimmbecken ist das Abstandhalten schwierig“, weiß er. Anders ist das beim Buffet mit Selbstbedienung. Da wer den die Abstände beim Abholen eingehalten. Auch in Frankenfels merkt man den Einfluss des Wetters: An heißen Tagen ist der Betrieb gut, an kühlen Tagen nutzen zu wenige Gäste das Buffet. Um eine bessere Auslastung zu erreichen, gibt es an den Freitagabenden jeweils ein Nachtbaden. „Ziel ist es, eine bessere Auslastung, auch für das Badbuffet, zu erreichen“, begründet Putzenlechner. Der Pachtzins sei laut Bürgermeister grundsätzlich sehr gering, sodass wegen Corona keine Nachlässe bei der Badbuffet-Miete geplant sind.

Nachtbaden wird auch in den Bädern in Kirchberg und Rabenstein angeboten. „Wir liegen wetterbedingt ein wenig unter dem normalen Durchschnitt“, stellt Rabensteins Ortschef Kurt Wittmann zu den Besucherzahlen fest. Abstand halten sei im „Pielachtalbad“ kein Problem. „Es gibt ausreichend Flächen“, sagt Wittmann.

Schwerwiegende Folgen für den Gastronomen der Pielachtaler Sehnsucht, Werner Wi lach, hatte die Corona-Pandemie. Er musste zusperren (die NÖN berichtete). Der dortige Badesee und das „Abenteuerland“ sind seit der Wiedereröffnung indes gut besucht. „Es kommen jetzt mehr Badegäste als früher“, berichtet Hofstetten-Grünaus -Bürgermeister Arthur Rasch. Die Gemeinde sorge für die Pflege des Areals und des Sees.

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