Traum vom Eigenheim: Bauland gehört oft Privaten. Gründe im Pielachtal sind rar. Neue Widmungen gibt es in den Gemeinden nur mehr mit Bauzwang.

Von Nadja Straubinger und Gila Wohlmann. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:00)
Wohnbau
Symbolbild
shutterstock.com

Ein durchschnittlicher Bewohner der Landeshauptstadt verdient jährlich brutto 42.110 Euro. Damit könnte er 357 Quadratmeter Grund für das erträumte Einfamilienhaus kaufen. Das ergab eine Studie von OGM research & communication. Im Pielachtal haben die Gemeinden Ober-Grafendorf, Weinburg und Hofstetten-Grünau ein ähnliches Verhältnis von Durchschnittseinkommen zu den Baugrundpreisen. Den meisten Grund für das durchschnittliche Jahresgehalt bekommt man derzeit in Frankenfels. Dort gehen sich laut Studie 901 m² für ein Jahresgehalt aus.

Baugründe NÖ
OGM

In Rabenstein gibt es derzeit keine freien Baugründe. „Bei uns sind aber rund 50 Baugründe in privater Hand, auf denen nicht gebaut wird und die auch nicht zum Verkauf stehen“, gibt Bürgermeister Kurt Wittmann zu bedenken. Den Grundstücks-Spekulationen gibt Rabenstein aber keinen Raum mehr. Seit einigen Jahren wird nur mehr mit Bauzwang auf Bauland gewidmet. „Wir haben den Aufwand, der Grund muss aufgeschlossen werden, dann soll er auch bebaut werden“, sagt Wittmann. Das sei auch vom Land Niederösterreich so gewollt. „Wir müssen sparsam mit den letzten Grundreserven umgehen“, meint der Ortschef.

„Wir haben den Aufwand, der Grund muss aufgeschlossen werden, dann soll er auch bebaut werden.“ Kurt Wittmann, Bürgermeister Rabenstein

Vor einer ähnlichen Problematik steht die Gemeinde Hofstetten-Grünau. Auch hier gibt es rund 70 verkaufte Baugründe, die nicht bebaut sind. „Das sind Baulücken mitten im Ort“, stellt Vizebürgermeister Wolfgang Grünbichler fest. Hierauf hat die Gemeinde aber keine Handhabe, damit man die Grundbesitzer zum Bauen bewegt. „Ideal wäre eine Verordnung, die vorsieht, dass man die Aufschließungskosten zumindest zu 50 Prozent vorschreiben kann“, stellt er fest. Bei neuen Baugründen gibt es in Hofstetten-Grünau im Zeitraum von fünf Jahren einen Bauzwang.

Durch den Bau des Hochwasserschutzes in Kirchberg hatte die Gemeinde die Möglichkeit, weitere Baugründe zu erschließen. Vier Hektar wurden erworben und können auf Sicht aufgeschlossen werden. „Bauzwang haben wir nur auf die Gründe, die wir als Gemeinde verkaufen. Im privaten Bereich haben wir keinen Bauzwang, da könnte nur der Gesetzgeber etwas machen“, sagt Bürgermeister Franz Singer.

Loich gehört mit Frankenfels zu den Gemeinden mit den günstigsten Bauland-Preisen. 2017 hat die Gemeinde 17 Bauparzellen erschlossen. Laut Bürgermeister Anton Grubner sind derzeit noch vier Parzellen davon verfügbar. „Außerdem hat die Gemeinde drei Bauparzellen gekauft, die keine Bauverpflichtung hatten. Diese Parzellen werden mit Bauverpflichtung wieder verkauft“, erklärt Grubner. Grundsätzlich gebe es überall, wo die Gemeinde Einfluss hat, auch eine Bauverpflichtung, so sind etwa neue Widmungen mit einem Bauzwang verbunden. Auch in Loich gibt es noch einige Gründe in Privatbesitz, die als Geldanlage gehalten werden.

Großes Interesse an Bauland gibt es auch in der Landeshauptstadt. Im Vergleich mit anderen Städten ist St. Pölten im Immobilienpreisspiegel als „leistbar“ dargestellt. Ziel sei es, den städtischen Grundbesitz nicht zu reduzieren, um künftig die Entwicklung der Stadt auch aktiv mitgestalten zu können.

Umfrage beendet

  • Wie viel würdet ihr für einen Quadratmeter Bauland ausgeben?