Trend geht klar zum E-Bike. Gesellige Fahrten in Gruppen sind bei den Pielachtalern beliebt. Profis wollen Freizeitradler für das Rennfahren begeistern.

Von Gila Wohlmann und Gerhard Hackner. Erstellt am 24. Juni 2020 (03:46)
Beim „RC Schnautze“ radeln Alexander Thier, Eduard Langer, Christian Datzreiter, Ferdinand Kleemann, Peter Speiser, Thomas Strubreiter, Christian Navratil, Christoper Marchart, Christian Huber, Heinz Vcelka und Wolfgang Maißner (v. .l) mit.
privat

Plötzlich gewonnene Freizeit durch den Corona-Lockdown, steigendes Bewusstsein für Klimaschutz und mehr Interesse an körperlicher Ertüchtigung: Das Fahrrad erlebt in letzter Zeit einen regelrechten Boom. Die NÖN hat sich umgehört, ob auch die Pielachtaler die Lust am Biken entdeckt haben, schließlich hat das Pielachtal für Radsportfreunde einiges zu bieten, sei es nun der Pielachtal-Radweg oder auch Mountainbiker-Routen, auf die die Gemeinden Frankenfels, Loich, Kirchberg, Rabenstein und Hofstetten-Grünau verweisen dürfen. Über ein Förderprojekt des Mostviertel Tourismus werden die Routen noch im Herbst dieses Jahres mit Unterstützung der Gemeinden neu beschildert, um sie für Fahrradfahrer noch attraktiver zu machen.

Der Ober-Grafendorfer Peter Speiser ist Obmann-Stellvertreter des Radclubs „RC Schnautze“, der rund 70 Mitglieder hat. Hier sind keine Rennen das Ziel, sondern die Freude am Radfahren in allen Bereichen. Es sind Mountainbiker wie auch Rennradfahrer dabei. Rund zwei Touren werden pro Woche gefahren, mehrtägige Trainings stehen am Programm. Teilnehmer sind Männer wie Frauen. „Bei uns sind auch viele Ex-Fußballer dabei“, erzählt er, dass Geselligkeit und Freude am Sport im Vordergrund stehen. Ähnlich verhält es sich bei der Radfahrgruppe Rabenstein, die unter privater Organisation von Leopoldine Schindlegger steht. Hier zeigt sich, dass Fahrradfahren keine Alterssache ist. „Unser ältester Teilnehmer ist der 84-jährige Karl Wutzl“, erzählt Rabensteins geschäftsführende Gemeinderätin Ilse Schindlegger, die selbst mitradelt. Die E-Biker werden in dieser Gruppe stetig mehr. „E-Bike-Fahren ist eine wohltuende Unterstützung, aber bei 25 Stundenkilometern schaltet der Motor weg und die Eigenkraft ist mit mehr Kraftanstrengung einzusetzen, denn die Räder haben wesentlich mehr Gewicht“, weiß Schindlegger, dass es auch mit Elektroantrieb einer gewissen Sportlichkeit bedarf. Am 30. Juli findet am Friedhof-Parkplatz ein kostenloser E-Bike-Kurs mit ÖAMTC-Trainern statt.

Das Kirchberger Autohaus von Martin Kindig vertreibt auch Fahrräder. Durch den Corona-Lockdown musste er seine Rad-Hausmesse absagen. Dennoch merkt er, dass das Interesse am Radfahren gestiegen ist. „Vor allem geht der Trend in Richtung E-Bike“, weiß auch er. In der Coronazeit lief der Online-Verkauf gut. „Vor allem die Generation 55 plus zeigt Interesse an E-Bikes“, stellt er fest, betont aber, dass Elektrofahrräder für alle, die gerne größere Touren unternehmen, geeignet sind. Auch die hier befindliche Fahrradwerkstätte durfte sich in der Coronazeit über Kundenzustrom freuen.

Zu den Profi-Radsportlern im Pielachtal zählt Florian König, Obmann des Radrennteams Pielachtal. Der 34-Jährige darf auf Medaillen bei Meisterschaftsrennen auf der Bahn verweisen. Er stellt fest, dass das Radfahren im Pielachtal derzeit boomt. Ziel seines Vereins: „Wir überlegen, wie wir die vielen Freizeitsportler für einen Einstieg in den sportlichen Bereich begeistern könnten“, sagt er.

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