Kampagne für Sicherheit am Bahnübergang in Obergrafendorf

Erstellt am 10. Mai 2022 | 10:54
Lesezeit: 3 Min
Wie lange ist der Bremsweg eines Zugs im Vergleich zu dem eines Autos? Zu diesem Praxisvergleich luden die Niederösterreich Bahnen Medienvertreter*innen zur Mariazellerbahn nach Ober-Grafendorf.
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Hintergrund ist die in ihr zweites Kampagnenjahr gehende Initiative „Sei g’scheit. Nimm dir Zeit. Am Bahnübergang.“, die nachhaltig für mehr Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen sorgen soll.

„Überall dort, wo Straße und Schienen einander kreuzen, gelten klare Spielregeln. Im hektischen Alltag oder, weil eh nie ein Zug kommt‘ vergessen wir gerne, dass ein Zug nicht ausweichen kann und auch bei einer Vollbremsung nicht sofort zum Stehen kommt. Mit unserer Sicherheitskampagne lenken wir die Aufmerksamkeit auf dieses Thema und schärfen das Bewusstsein dafür. Im zweiten Kampagnenjahr wollen wir in Kooperation mit dem ÖAMTC besonders die Autofahrer*innen aktiv ansprechen“, informiert Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko.

Eisenbahnkreuzungen erfordern immer die volle Achtsamkeit aller Verkehrsteilnehmer*innen. Trotzdem kommt es häufig zu Unfällen und fast täglich zu brenzligen Situationen an Bahnübergängen, oft ausgelöst durch Unaufmerksamkeit – laute Musik, ein Telefonat oder eine Fehleinschätzung der Situation.

Was oft nicht bedacht wird: Ein Zug ist schienengebunden und kann nicht ausweichen. Darüber hinaus ist der Bremsweg eines Zugs um ein Vielfaches länger als jener eines Autos. Deutlich sichtbar wurde dies beim direkten Bremsvergleich in Ober-Grafendorf: Die hochmoderne Himmelstreppe der Mariazellerbahn und ein Pkw des ÖAMTC leiteten bei einer jeweiligen Geschwindigkeit von 80 km/h gleichzeitig eine Notbremsung ein. Bis zum tatsächlichen Stillstand benötigte die knapp 90 Tonnen schwere Himmelstreppe bei optimalen Wetterbedingungen 194,5 Meter, das Auto mit 1,4 Tonnen hingegen nur 20 Meter.

Bahn NÖ Veranstaltung
Die vier Sujets der „Sei g’scheit“-Kampagne rufen auf charmante Art zu mehr Achtsamkeit im Bereich eines Bahnübergangs auf.
Foto: NB/Bollwein

„Unser Praxisvergleich führt eindrucksvoll vor Augen, warum es g’scheit ist, sich am Bahnübergang Zeit zu nehmen. Auch für unsere Mitarbeiter*innen sind Unfälle und Beinahe- Unfälle enorm belastend. Diese sind aber allesamt durch das richtige und achtsame Verhalten an Eisenbahnkreuzungen vermeidbar. Mit unserer Sicherheitskampagne ,Sei g’scheit‘ wollen wir das richtige Verhalten an Eisenbahnkreuzungen nachhaltig in den Köpfen der Verkehrsteilnehmer*innen verankern“, ergänzt Niederösterreich Bahnen Geschäftsführerin Barbara Komarek.

„‚Sich Zeit nehmen‘ bedeutet auch, die Verhaltensregeln einzuhalten. Selbst wenn man es eilig hat: Solange an der Eisenbahnkreuzung rotes Licht leuchtet oder sich ein Zug nähert, ist das Überqueren tabu. Verkehrsunfälle passieren häufig auch im gewohnten Umfeld. Gerade an Eisenbahnkreuzungen, die man täglich überquert, sollte man stets aufmerksam bleiben und in beide Richtungen schauen – auch wenn vielleicht nur selten ein Zug kommt“, so der Verkehrsexperte Matthias Nagler vom ÖAMTC.

Die Sicherheitskampagne „Sei g’scheit. Nimm dir Zeit. Am Bahnübergang“ wird mittels Social Media Offensive, Großflächen Screens, Busbeklebungen sowie Informationen in Fahrzeugen, Bahnhöfen und Haltestellen breit beworben. Mit den unterschiedlichen Sujets sollen Menschen aller Altersgruppen angesprochen werden. Alle weiteren Informationen zur Kampagne gibt es unter: seigscheit.org

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