Pielachtal: Mit 1,7 Promille Radler übersehen. Pielachtaler fuhr nach Fest Nachbarn nieder. Vor Gericht zeigt er sich reuig.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 26. Februar 2021 (16:30)
Symbolbild
Standret, Shutterstock.com

Den Führerschein hat er längst abgegeben, hinters Steuer setzte sich ein Pielachtaler trotzdem immer wieder. Weil er davor meistens getrunken hatte, musste er aufgrund einer Fülle von Verwaltungsstrafen sogar ins Gefängnis. Jetzt sitzt der Pielachtaler erstmals am Landesgericht St. Pölten vor dem Richter. Denn nach einem Fest im Oktober war er mit 1,7 Promille unterwegs – und diesmal ging es für seinen Nachbarn nicht gut aus: Auf dem Heimweg kollidierte er mit dem älteren Mann, der auf seinem Fahrrad vor ihm fuhr. Schwere Verletzungen waren die Folge.

„Sie haben auch Fahrerflucht begangen. Warum sind sie weggefahren?“, fragt der Richter den Angeklagten, den die Polizei nach dem Unfall hinter einem Holzstoß entdeckte. „Ich wollte dem Junior Bescheid sagen. Was dann passiert ist, weiß ich nicht mehr. Ich habe im Schock reagiert“, erklärt der Pielachtaler. Ein Zeuge, der den Schepperer beim Unfall gehört hatte, alarmierte die Rettungskräfte.
Der Radfahrer erlitt schwere Verletzungen von Prellungen bis zu Brüchen und verlor das Bewusstsein beim Unfall. Zwei Mal musste er im Krankenhaus stationär behandelt werden. 10.000 Euro Schmerzengeld sieht sein Anwalt als angemessen.

„Für viele ist Alkohol am Steuer ein Kavaliersdelikt. Am Land gilt das scheinbar auch für das Fahren ohne Führerschein. Da reicht der Begriff der groben Fahrlässigkeit gar nicht mehr aus“, meint er in seinem Schlusswort.

„Mir tut das alles furchtbar leid. Es war mir eine grausliche Lehre. Ich trinke nicht mehr und ich fahre nicht.“, zeigte sich der Angeklagte reuig.

Das reumütige Geständnis des Angeklagten wertet der Richter als Milderungsgrund. Eine Geldstrafe von 960 Euro sowie acht Monate bedingte Freiheitsstrafe fasst der Pielachtaler wegen fahrlässiger Körperverletzung dennoch aus. Auch die 10.000 Euro Schmerzengeld muss er zahlen. Der Angeklagte nimmt das Urteil an. Weil er aber keinen Anwalt dabei hat, hat der Pielachtaler dennoch drei Tage Zeit, Rechtsmittel anzumelden.