Pielachtaler Landwirt wegen Tierquälerei verurteilt. In einer Gemeinde im Pielachtal ließ ein Mann dreizehn seiner Kühe verenden, weil er sich nicht ausreichend um sie kümmerte. Er wurde zu einer Geldstrafe und bedingter Haft verurteilt.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 07. April 2021 (19:03)
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Für 14 Kühe war ein 26-jähriger Landwirt im Pielachtal verantwortlich, 13 davon ließ er in ihren eigenen Exkrementen verenden. Das vierzehnte wurde in einem erbärmlichen Zustand aufgefunden. „So etwas habe ich noch nicht gesehen“, sagt der Amtstierarzt vor Gericht sichtlich betroffen. Wie von der NÖN bereits berichtet, entdeckte er die Missstände zufällig bei einer stichprobenartigen Kontrolle im Bezirk. Der Mist soll zu dem Zeitpunkt bereits einen halben Meter hoch gewesen sein.
Obwohl er die Tiere weiterhin tränkte und fütterte, kümmerte der Angeklagte sich nach einiger Zeit nicht mehr darum, den Stall auszumisten und zwar ein halbes Jahr lang.

Vor Gericht sagt er, er habe sich so dafür geschämt, weil er nicht mit der Situation zurechtkam, dass er es niemandem gesagt habe, bis es zu spät war. Er sei überfordert gewesen, auch aufgrund anderer Arbeiten, denen er nachging.
„Es tut mir so furchtbar leid, ich möchte, dass so etwas nie mehr passiert“, sagt er am Ende der Verhandlung mit brüchiger Stimme.

Geldstrafe und Hilfsangebot

Der Richter spricht ihn schuldig wegen Tierquälerei und verurteilt ihn zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 16 Euro, sowie zu sechs Monaten bedingter Haft mit dreijähriger Probezeit. Der Strafrahmen beträgt bis zu zwei Jahre Haft. Aus moralischer Sicht verurteilt der Richter die „völlige Gleichgültigkeit gegenüber leidenden Lebewesen“. Da der Angeklagte die Tiere ja weiterhin fütterte, habe er ihr Leid sicherlich mitbekommen und trotzdem nichts dagegen unternommen. Mildernd zu berücksichtigen sind seine bisherige gerichtliche Unbescholtenheit und das Geständnis. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Den Beruf des Landwirtes übt der Man nicht mehr aus.


Bei Überforderung Hilfe anzunehmen, sei keine Schande, äußerte sich Bezirkshauptmann Josef Kronister in einem Artikel der NÖN, der bei Bekanntwerden des Falles erschien. „Wir bieten seitens der Behörde Unterstützung, aber auch die Bauernkammer kann helfen“, sagte er damals. Wichtig sei auch, dass Verdachtsfälle von Bürgern und Bürgerinnen gemeldet werden.