Corona im Kindergarten. Britische Variante im Kindergarten Rabenstein; eine ganze Gruppe ist gesperrt.

Von Gila Wohlmann. Update am 06. März 2021 (16:10)
Jolina (5) ist trotz negativem PRC-Test in Quarantäne. Ihr Vater Klaus Reitbauer hat Einspruch gegen den Ansonderungsbescheid seiner Tochter erhoben. Dieser wurde abgelehnt. denn im Kindergarten gab es einen Fall der hoch ansteckenden britischen Variante.
privat

Eine ganze Gruppe im Rabensteiner Kindergarten ist derzeit in Quarantäne. Das sorgt für Aufruhr unter vielen Eltern. "Bei mir lief das Telefon heiß", erzählt Klaus Reitbauer. Viele wollten wissen, was los sei, nachdem er dazu auf der Online-Plattform "Rabenstein live" Stellung bezog. Seine fünfjährige Tochter besucht diese Kindergartengruppe.

Von der Bezirkshauptmannschaft (BH) erfuhr Reitbauer Mitte letzter Woche, dass seine Tochter als "K2-Kontaktperson" eingestuft sei. Sie durfte aber weiter den Kindergarten besuchen. Am Freitag dann die nächste Meldung der Behörde. Das Mädchen gelte nun als "K1-Kontaktperson" und sei somit  - wie alle anderen dieser Gruppe samt Betreuerin  - unter Quarantäne gestellt.

Bürgermeister Kurt Wittmann bestätigt auf NÖN-Anfrage, dass ein Kind im Rabensteiner Kindergarten Corona positiv getestet worden sei. Die Eltern des betroffenen Kindes hätten absolut vorbildlich reagiert und dies sofort der Kindergartenleitung bekannt gegeben; diese wiederum hätte sofort die Behörde in Kenntnis gesetzt. "Ich bin froh, dass hier die Abläufe so reibungslos funktioniert haben", sagt der Ortschef. Sicherheit aller stünde an oberster Stelle.

Reitbauer meint zwar auch, dass man "natürlich im Kindergarten sehr bemüht sei, alle zu schützen", den Informationsfluss hält er jedoch für ausbaufähig. "Bei jeder anderen Krankheit wie Mumps, Scharlach oder auch Läusen hängt ein Informationszettel am Eingang. Das sollte es doch gerade bei einem Corona-Verdachtsfall ebenso geben", meint er. Information hätte es lediglich von der Bezirkshauptmannschaft, aber nicht vom Landeskindergarten oder auch der Gemeinde gegeben. Dazu legt Bürgermeister Wittmann klar: "Wir bekommen seitens der Bezirksverwaltungsbehörde lediglich Informationen über die Zahl der Erkrankten, aber aus Datenschutzgründen keine Namen. Das wäre rechtlich verboten. Auch wenn wir diese wüssten, dürften wir diese nicht weitergeben!" Versäumnisse der Gemeinde oder des Kindergartens ortet er daher nicht.

Er ist auf jeden Fall sehr erleichtert, dass seine Tochter dennoch ein negatives PCR-Test-Ergebnis aufweist. Dass sie nun zu Hause bleiben muss, wenn sie negativ ist, wollte er aber nicht so hinnehmen und legte Einspruch bei der BH ein. In seinem Schreiben betonte er, dass er in der Quarantänezeit garantiere, dass sein Kind keinen Kontakt zu anderen suche, aber er eben mit diesem alleine an die frische Luft wolle.

Rasch kam per Mail von der Behörde die Antwort: Die Quarantäne für seine Tochter muss aufrecht bleiben, da das eine corona positive Kind an der hoch ansteckenden britischen Virusmutation B. .1.1.1.7 mit Symptomen erkrankt sei. "Jetzt werden wir unsere Tochter eben zu Hause die ganze Zeit bei Laune halten", sagt Reitbauer. Neben der Berufstätigkeit sei dies natürlich eine gewisse Herausforderung. Ortschef Wittmann meint dazu nur: "Eine Quarantäne gilt für alle. Da kann es keine Ausnahmen geben."

Übrigens: Mit Stand Freitag waren 21 Personen in Rabenstein Covid-19-positiv getestet.