Kamingespräch: Bier und Wildkräuter. Bierpapst Michael Hlatky erklärt die Gemeinsamkeit des edlen Hopfen-Gebräus mit den schmackhaften Pflanzen.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 21. September 2016 (05:42)
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Vor 25 Jahren hat er seine ersten Bierbücher „Bierbrauen für jedermann“ und „Das österreichische Bierlexikon“ geschrieben. Mittlerweile sind mehr als 15 Publikationen und Neuauflagen zu diesem Thema gefolgt: Bierpapst Michael Hlatky, dessen Stiefvater Braumeister war, kommentiert beim nächsten Steinschaler Nachhaltigen Kamingespräch am Samstag, 1. Oktober, um 18 Uhr die Bierbegleitung und liefert Geschichten rund um das Bier zum Wildkräuter-Degustationsmenü.

„Wildkräuter haben in der Brauerei eine lange Tradition, denn schon vor dem nun 500 Jahre alten Reinheitsgebot von 1516 waren Wildkräuterzusätze üblich“, weiß Gastgeber und Wildkräuterexperte Johann Weiß, der Hlatky ins Pielachtal holt. „Es wurde traditionell mit unterschiedlichen Kräutern gebraut, von Hanf über Wermut oder Salbei“, fügt Hlatky hinzu.

Bierbegleitung kann sehr vielseitig sein 

Bei der Konzipierung der Bierbegleitung sei es ähnlich wie bei der Weinbegleitung. „Man beginnt als Aperitif mit einem schwächeren, meist stärker gehopften Bier wie einem Pils. Das wirkt durch die Bitterstoffe Appetit anregend“, erklärt Hlatky. Helle Biere passen eher zu hellem Fleisch und Fisch, dunklere, stärkere Biere zu Wild und Braten. Bei den Nachspeisen könne man mit spritzigen Weißbieren oder belgischen Fruchtbieren tolle Ergebnisse erzielen. „Wir haben vor, das Dirndlbier von Hans Weiß, das er brauen lässt, zu verkosten“, so Hlatky.

Ob man einen Weintrinker von einer Bierfolge überzeugen kann? „Ich trinke auch gerne Wein, lasse mich aber von der Geschmacksvielfalt der Biere überzeugen. Mit den vier Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Bierhefe lässt sich eine Geschmacksvielfalt erzeugen, die weit über das hinaus geht, was man bei Wein erzielen kann.“