„Lechner Buam“: Ende nach 35 Jahren . „Lechner Buam“ rockten Hallen im In- und Ausland. Nun sagen sie Adieu.

Von Markus Zauner und Lisa Röhrer. Erstellt am 16. Januar 2018 (05:28)
Franz Crepaz
NOEN, Franz Crepaz

„Lechner Buam — bitte hört nicht auf“: Sogar eine eigene Facebook-Gruppe wurde gegründet, um die Volksmusiker, die ihre Band-Auflösung bekannt gaben, doch noch umstimmen zu können. Der Zug ist aber endgültig abgefahren, bestätigt Band-Leader Willi Grafeneder im NÖN-Exklusivgespräch. Die Bilderbuch-Karriere der Volksmusik-Band, der auch der Rabensteiner Leopold Dollfuß angehört und die im Pielachtal zahlreiche Auftritte hatte, neigt sich dem Ende zu

. „Einige Mitglieder wollen aus privaten Gründen aufhören“, sagt Grafeneder. Sein Rabensteiner Kollege bestätigt das – wenn auch mit etwas Wehmut: „Natürlich fällt einem das schwer, wenn man 35 Jahre lang gemeinsam auf der Bühne gestanden ist“, meint Dollfuß.

Die Musik will der Rabensteiner aber für sich noch lange nicht ganz aufgeben: „Ich bin bei der Blasmusik und werde auch schauen, dass ich wieder Volksmusik machen kann.“ In welcher Form er das tun wird, weiß Dollfuß noch nicht. „Um eine neue Gruppe zu gründen, bin ich zu alt“, lacht der 51-Jährige. Das überlasse er lieber der Jugend. „Im Pielachtal gibt es einige Junge, die die Volksmusik im Blut haben. Um den Nachwuchs mache ich mir keine Sorgen.“

Gruppe gewann den Oberkrainer-Award

Als Quintett soll „am Höhepunkt der Karriere“ und nach dem gerade erst gefeierten 35-Jahr-Jubiläum aber Schluss sein. Zu den größten Erfolgen der „Lechner Buam“ zählt das famose Abschneiden bei der „Krone der Volksmusik“ im Jahr 1991: „Das war unser erster Fernsehauftritt und wir haben österreichweit gleich den dritten Platz geholt.“ Insgesamt sieben Gastspiele stehen beim „Musikantenstadl“ zu Buche. 2014 holten die „Lechner Buam“ zudem den Oberkrainer-Award. „Damit sind wir eine der wenigen Gruppen aus Österreich, die diesen Preis schon geholt hat“, freut sich Grafeneder.

Gern gesehene Gäste waren die Lechner Buam im In- und Ausland. Reisen führten die sympathischen Musiker von Korfu über Holland bis nach Tunesien. Insgesamt wurden rund 2.500 Live-Auftritte gespielt.

Bevor die Volksmusiker endgültig von der Bühne abtreten, wird noch ein paar Mal Gas gegeben. Im April soll der Österreich-Showdown mit Freunden und Weggefährten in Traisen über die Bühne gehen. Zum letzten Mal im Pielachtal zu Gast ist das Quartett, so Dollfuß, beim Dirndlball am 19. Jänner, im BGZ in Hofstetten-Grünau.

„Lechner Buam“

Die Band: Willi Grafeneder (St. Veit), Hubert Grafeneder (Hohenberg), Reinhard Grafeneder (St. Aegyd), Sigi Binder (Großrust), Leopold Dollfuß (Rabenstein).