Testfälscher kommen vor Gericht

Paar aus der Region Mank zeigte sich bei Einvernahme schließlich geständig.

Erstellt am 01. Januar 2022 | 06:04
Lesezeit: 1 Min
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15 Mal für sich selbst und sieben Mal für seine Lebensgefährtin hat ein Mann aus der Region Mank ein und dieselbe Testkassette verwendet. Nun wandert der Fall vor das Bezirksgericht.
Foto: Symbolfoto: NÖN

Von „unglaublichen Anschuldigungen“ und einer „ernsthaften“ Gefährdung seiner „finanziellen Sicherheit und die meiner Familie“ schrieb ein Mann aus der Region Mank, als er sich im Oktober an die NÖN wandte.

Gleiche Covid-Testkassetten mehrfach eingereicht?

Notruf NÖ habe ihm zu Unrecht vorgeworfen, selbst durchgeführte Covid-19-Antigentests – die sogenannten Wohnzimmertests – mehrfach verwendet zu haben, und deshalb sei er auch zu Unrecht für die Online-Plattform gesperrt worden. Damit sei er in der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit in der Gastronomie behindert worden.

Etwas später meldete sich auch seine Partnerin mit denselben Anschuldigungen. Auch an die niederösterreichische Landesregierung und das Gesundheitsministerium wandten sich die beiden.

Wie NÖN-Recherchen damals ergaben, hatte der Mann allerdings tatsächlich ein und dieselbe Testkassette mehrfach verwendet. Notruf NÖ erklärte auf NÖN-Anfrage, dass der Fall den Sicherheitsbehörden übermittelt werde, die NÖN berichtete:

Mittlerweile hat sich das Landeskriminalamt, Ermittlungsbereich Betrug, mit der Causa beschäftigt. „Dabei haben sie ermittelt, dass die beiden 24-Jährigen aus dem Bezirk Melk in der Zeit von Ende August bis 29. September 2021 online die gleichen Covid-Testkassetten mehrfach eingereicht haben“, berichtet die Landespolizeidirektion (LPD) auf NÖN-Anfrage von den Ermittlungen.

Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr droht

Zuerst habe sich der Mann noch gegen die Anschuldigungen gewehrt, dann aber die Fälschungen zugegeben. „Bei der Einvernahme war der 24-jährige Beschuldigte nach anfänglichem Leugnen zu 15 Mehrfacheinreichungen geständig“, erklärt die LPD.

Seine Partnerin schloss sich ihm an. „Seine gleichaltrige Lebensgefährtin gestand, dass sie gewusst habe, dass ihr Lebensgefährte die gleiche Covid-Testkassette mindestens sieben Mal für sie eingereicht habe“, führt die LPD weiter aus.

Beide werden nun dem Bezirksgericht Melk angezeigt – wegen § 228 des Strafgesetzbuchs, mittelbare unrichtige Beurkundung oder Beglaubigung. Kommt es zu einer Verurteilung, droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.