„S 34 ist widersinnig“. Die Grünen erklärten das Straßenbauprojekt in der Vorwoche zum Schildbürgerstreich. Gemeinsam wollen sie jetzt dagegen mobil machen.

Von Nadja Straubinger und Markus Glück. Erstellt am 31. März 2014 (23:59)
NOEN, MARKUS HAMMER
Madeleine Petrovic, Helga Krismer, Walter Horinek, Michael Pinnow und Hikmet Arslan bei der Protestkundgebung.
Von Nadja Straubinger und Markus Glück

Mit einer Protestaktion haben die Grünen Benzin in das Feuer der Diskussion um die S 34 gegossen und das Projekt zum „NÖ Schildbürgerstreich“ gekürt. „Ein Schildbürgerstreich der 1. Klasse – mehr ist das widersinnige Schnellstraßenprojekt nicht“, betonte die Grüne-Landessprecherin Madeleine Petrovic bei ihrem Besuch in Völtendorf, wo sich die Gegner des Projekts zusammenfanden.

S 34 sei kein notwendiges Projekt

Neue Hoffnung gibt den zahlreich erschienenen Betroffenen der Verkehrssprecher der Grünen, Georg Willi: „Der Bund hat kein Geld. Er hat eigentlich nur Schulden. Deswegen werden alle Straßenbau- und Schienenprojekte evaluiert.“ Die S 34 sei kein notwendiges Projekt, sondern nur politisch gewollt, daher werde man die Streichung des Projektes beantragen.

Was dabei vermutlich übersehen wurde, die Finanzierung steht bereits (die NÖN berichtete). Das Finanzierungsübereinkommen für die veranschlagten 120 Millionen Euro mit dem Land ist fix und die Finanzierung im Bauprogramm der Asfinag vorgesehen. Probleme gibt es derzeit nur mit dem Zeitplan.

Im Juni wird Projekt zur UVP eingereicht

Schon im Dezember des Vorjahres hätte mit der Umweltverträglichkeitsprüfung begonnen werden sollen. Projektleiter Leopold Lechner von der Asfinag: „Wir werden im Juni zur UVP einreichen.“ Es habe Verzögerungen aufgrund anderer Projekte gegeben, wie etwa durch die Errichtung der Spange Wörth.

Dennoch sagt die Grüne Klubobfrau Helga Krismer Unterstützung zu: „Damit bei der Umweltverträglichkeitsprüfung die Einwände der Bürger ernst genommen werden, darauf werden wir Grüne achten.“

Verkehrszunahme von 30 Prozent befürchtet

Sorge bereitet die S 34 auch dem Ober-Grafendorfer Vizebürgermeister Walter Horinek: „Durch den Bau der Schnellstraße wird es in unserer Gemeinde, laut Asfinag-Prognose zu einer Verkehrszunahme von 30 Prozent kommen.“

Bereits jetzt fahren wöchentlich 71.000 Fahrzeuge durch den Ober-Grafendorfer Ortskern. Durch die erwartete Zunahme warnt Horinek: „Ober-Grafendorf wird zum größten Parkplatz im NÖ Zentralraum werden.“